Logo Mittelbayerische.de
Portal auswählen »
Titelfoto: Salzgeber
16. November 2020

Die kult-Woche light ab 16. November

Ihr habt bei Neflix und Co. schon alles durch und wisst nicht, was ihr noch anschauen sollt? Keine Panik, wir laden euch diese Woche zu einem Filmfest ein.

Der Max Ophüls Preis-Gewinner Johannes Maria Schmit bricht in seinem Film „Neubau“ mit der Großstadt und ganz beiläufig mit normativen Geschlechterentwürfen. Foto:Salzgeber

Regensburg. Der zweite Lockdown in diesem Jahr trifft die Veranstalter besonders hart. Davon betroffen sind auch Kinos und Filmfestivals. Um uns trotzdem an dem liebevoll kuratierten Programm teilhaben zu lassen, zieht das Transit Filmfestival auf den heimischen Laptop um. Der kann zwar keine Kinoleinwand ersetzen, aber die aktuelle Corona-Situation fordert sinnvolle und kreative Lösungen. In Kooperation mit der Plattform Filmplatz bieten das Festival-Team deshalb den Großteil des Filmprogramms jetzt auch online an. Als Trostpflaster für den vom Lockdown betroffenen Kino-Weekender könnt ihr Online-Tickets erwerben und die Filme zuhause sehen. Online-Q&As und Gespräche mit den Filmemachern findet ihr außerdem kostenlos auf dem Transit-YouTube-Channel.

Ab 19. November stehen dann „Die Kinder der Toten“ von Kelly Cooper und Pavol Liska, „Eyimofe“ von Arie Esiri und Chuko Esiri, „Giraffe“ von Anna Sofie Hartmann, „Jetzt oder Morgen“ von Lisa Weber, „Labyrinth of Cinema“ von Nobuhiko Ôbayashi, „Neubau“ von Johannes Maria Schmit, „Seven Years in May“ von Affonso Uchôa, „Songs of Repression“ von E. Wagner und M. Hougen-Moraga, „Sweat“ von Magnus von Horn, „The Returned“ von Laura Casabe, „Some Kind of Heaven“ von Lance Oppenheim sowie „Victoria“ von S. Benoot, L. Ceulaer und I. Tollenaere auf dem Programmplan.

Mitmachen und gewinnen

Um euch den Montag noch ein bisschen mehr zu versüßen, verlosen wir jeweils ein Onlineticket für die Filme „The Trouble with Being Born“, „The Returned“ und „Neubau“. Dazu müsst ihr uns nur sagen, welchen Film ihr sehen wollt und warum. Die Antwort dann einfach bis spätestens Donnerstag, 19. November, 10 Uhr an gewinnspiel@kult.de schicken und mit etwas Glück eins der begehrten Tickets sichern.

The Trouble with Being Born

Sandra Wollners preisgekrönter Anti-Pinocchio „The Trouble with Being Born“ zwischen Techno-Utopie und Arthouse-Tragödie ist ebenso beklemmend wie faszinierend. Die Regisseurin stellt dem sinnstiftenden Narrativ menschlicher Erinnerung das Robotermädchen Elli gegenüber. Für das ist Erinnerung nichts weiter als eine austauschbare Programmierung und Projektionsfläche ihrer Besitzer.

The Returned

In Laura Casabes drittem Film „The Returned“ bildet übernatürlicher Folk Horror den Rahmen für tagesaktuelle Sozialkritik, denn noch immer spürt man in Argentinien die unzähligen Gräueltaten des europäischen Kolonialismus. Zahlreiche indigene Kulturen wurden seitdem vernichtet, unzählige Stämme ihrer Arbeitskraft, ihrer Ländereien, Besitztümer und Gottheiten beraubt. Doch länger ungesühnt soll dieses Leid nicht bleiben. Ein grausamer Fluch fördert in drei Kapiteln die mörderischen Geheimnisse zu Tage, die man einst gut im Boden unter dem dichten Regenwald vergraben glaubte.

Neubau

Regisseur Johannes Maria Schmit bringt mit „Neubau“ eine queere Geschichte auf die Leinwand, die sich dramaturgisch nicht mehr primär an Homosexualität und Geschlechteridentifikation abarbeiten muss. Ganz im Sinne einer „Neuen Selbstverständlichkeit“ wird der Alltag eines trans Mannes beschrieben, dessen Wunsch nach Selbstverwirklichung nicht an seiner „Otherness“ scheitert, sondern an der (Hass-)Liebe zu seiner provinziellen Heimat.

Wir wünschen euch viel Spaß mit diesen großartigen Filmen. So lässt sich diese Woche doch wirklich gut rumbringen. Noch mehr Infos zum Filmfest gibt es hier.