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Titelfoto: Veronika Weigert
30. Juli 2020

Dreimal Zeitreise

Entdecker und Mittelalterfans aufgepasst: Wir zeigen euch Burgen rund um Regensburg und erzählen euch einige Hintergrundfakten.

Der Innenhof der Burg Prunn in Riedenburg; die Burg ist noch in ihren charakteristischen Bauteilen erhalten.Veronika Weigert

Regensburg. Dicke Mauern, höhe Türme, schwere Felswände: Rund um Regensburg gibt es viele Burgen, die – mal mehr, mal weniger gut – erhalten sind. Einige könnt ihr nur von außen anschauen, einige könnt ihr sogar betreten. Hier sind drei Burgen, die ihr auch von innen betrachten könnt.

Burg Prunn

In Riedenburg thront hoch oben auf einem Kalkfelsen die Burg Prunn.

Die Burg hat eine lange Geschichte: Der Älteste bekannte Besitzer war Wernherus de Prunne, er wurde im Zusammenhang mit der Burg im Jahr 1037 erwähnt. Gut hundert Jahre später fiel die Burg an die Herren von Laaber aus der Seitenlinie der Praiteneck zu, von denen zahlreiche Bautätigkeiten ausgingen. Die älteste erhaltene Bausubstanz geht auf sie zurück. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde vor rund 500 Jahren auf der Burg der sogenannte „Prunner Codex“ entdeckt, die viertälteste vollständige Handschrift des Nibelungenliedes. Kommendes Jahr soll in diesem Kontext eine Neuproduktion des Nibelungen-Schauspiels auf Burg Prunn starten.

Über eine Brücke gelangt ihr in den Innenhof der Burg, von dort aus habt ihr bei gutem Wetter einen tollen Ausblick über das Altmühltal mit dem Main-Donau-Kanal. Aktuell ist die Burg Prunn wieder für Besucher zugänglich, die Besucheranzahl ist jedoch begrenzt und Führungen sind nicht möglich.

Burg Wolfsegg

Scheinbar untrennbar verwoben mit der Burg Wolfsegg ist die Geschichte der Weißen Frau. So wollen einige Menschen eine Lichtgestalt gesehen und unerklärliche Geräusche gehört haben. Bei der Sage um die Weiße Frau gibt es leicht unterschiedliche Versionen, sie laufen aber alle darauf hinaus, dass wohl entweder der damalige Burgherr selbst seine Frau getötet oder den Mord an ihr in Auftrag gegeben haben soll. Mehr zur Sage um die Weiße Frau lest ihr hier.

Die Burg wurde wahrscheinlich Anfang des 14. Jahrhunderts erbaut. Unter den Herren von Laaber erlebte sie im 15. Jahrhundert eine Blütezeit, ehe sie durch viele Besitzerwechsel immer mehr verfiel. Vor rund 90 Jahren kaufte Georg Rauchenberger die Burg und begann mit der Instandsetzung. Seit 1973 sorgt das Kuratorium Burg Wolfsegg für den Erhalt der Burg und den Museumsbetrieb.

Auch die Burg Wolfsegg könnt ihr aktuell besuchen, dafür müsst ihr euch auch nicht anmelden. Burgführungen oder Veranstaltungen finden noch nicht statt.

Burg Parsberg

Die Burg Parsberg im Landkreis Neumarkt wurde erstmals 1205 in einer Urkunde erwähnt und war Stammsitz des Parsberger Geschlechts. Vermutlich 1315 wurde die erste Parsberger Burg im Zuge einer kriegerischen Auseinandersetzung zerstört. Anschließend erfolgte der Wiederaufbau der Höhenburg mit einer Erweiterung der Burganlage. Vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Anlage durch Haug von Parsberg in die heutige Form gebracht. Jedoch gibt es keine konkreten Belege für die Baugeschichte der Burg und die Informationen beruhen nur auf Indizien.

Im unteren Burgteil befindet sich das Burgmuseum, das ihr aktuell wieder besuchen könnt. Dort findet ihr Informationen zur Entwicklung der Region und über das Leben der Menschen in der Vorgeschichte bis in die Neuzeit.