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12. August 2019

Ein Leberkäsjunkie zum Anfassen

Franz Eberhofer ermittelt wieder. Und zwar gleich doppelt, denn während heute der zehnte Band der Krimireihe erscheint, sind Autorin Rita Falk, Sebastian Bezzel (Franz Eberhofer) und Lisa Marie Potthoff (Susi) auf Kinotour. Wir haben sie zum Interview getroffen.

Fanansturm im Regina Filmtheater: Sebastian Bezzel alias Franz Eberhofer, Autorin Rita Falk und Lisa Marie Potthoff alias Susi sind gekommen, um den sechsten Teil der humorigen Krimireihe, "Leberkäsjunkie", vorzustellen. Foto: Stina Walterbach

Regensburg. Ein zünftiges Mahl mit Brezen und Bier, Musik von DrahDeWadl und ein roter Teppich bis zur Straße raus, ja, wenn die Crew der beliebten Eberhofer-Krimreihe zu Besuch kommt, ist das auch für Kinochefin Doris Lerchl-Goldermann immer wieder ein Grund zum Feiern. Seit drei Jahrzehnten bringt sie Schauspieler und Regisseure in ihr kleines Filmtheater am Protzenweiher. Sebastian Bezzel alias Franz Eberhofer ist fast schon Stammgast. Zum vierten Mal lief er am Freitagnachmittag über den Roten Teppich. Dicht gefolgt von Autorin Rita Falk und Schauspielkollegin Lisa Marie Potthoff alias Susi.

Alle drei waren gekommen, um den sechsten Teil der humorigen Krimireihe, „Leberkäsjunkie“, vorzustellen. Eine verwirrende Angelegenheit, wenn man bedenkt, dass gleichzeitig bereits der nächste Teil gedreht wird und Rita Falk gerade das zehnte Buch rausgebracht hat. „Da muss ich mich sehr konzentrieren, damit ich nicht ins Schleudern komme“, verrät Falk schmunzelnd. Dass ihr Eberhofer mal so erfolgreich und beliebt werden würde, hätte sie nicht gedacht. Schön sei es natürlich, „aber ich haben den Franz von Anfang an geliebt und würde ihn auch lieben, wenn er net so erfolgreich wäre“, sagt die Autorin, die sich ein Ende der Reihe noch lange nicht vorstellen kann. „Gott sei Dank“, werden sich die Fans jetzt sicher denken und auch Sebastian Bezzel hat sein Alias noch lange nicht über: „Noch spiele ich den Franz gerne“, sagt Bezzel. Ein Grund dafür sei das tolle Ensemble, aber auch Produzentin, Regisseur und Drehbuchautor, die die Geschichte lebendig halten, seien ein sehr wichtiger Bestandteil, so der Schauspieler. Zwar hat Bezzel schon in unzähligen Produktionen mitgewirkt, in Bayern ist er aber für alle nur der Franz Eberhofer: „In Bayern werde ich auf der Straße oft mit Eberhofer oder Franz angesprochen. Da hilft dann nur nett lächeln“, sagt Bezzel lachend.

Die absolute Horrorfrage

Sebastian Bezzel alias Franz Eberhofer, Autorin Rita Falk und Schauspielkollegin Lisa Marie Potthoff alias Susi zu Gast im Regina Filmtheater. Foto: Stina Walterbach

Ein Schicksal, das seiner Filmkollegin Lisa Maria Potthoff alias Susi bisher erspart geblieben ist. Dafür wird sie ständig danach gefragt, wie viel Susi in ihr stecke. Für Potthoff die absolute Horrorfrage: „Ich schenke ihr natürlich etwas von mir, aber sie ist eine anderen Frau als ich.“ Und genau deshalb mache sie diesen Beruf, um nicht sich, sondern eben eine andere Person darzustellen. „Aber ich mag und verstehe die Susi ganz gut“, sagt Potthoff. Für sie sind die Dreharbeiten auch immer ein bisschen wie Heimaturlaub. Aufgewachsen ist Potthoff in der Nähe von München. heute lebt die Schauspielerin in Berlin. Zu ihren absoluten Lieblingsszenen gehören übrigens die, in denen der Bruder von Franz Eberhofer anfängt, mit seiner thailändischen Frau in dieser speziellen Art zu sprechen, „das ist einfach sehr lustig“.

Die Ideen zu den wunderbaren Geschichten rund um Niederkaltenkirchen nimmt Falk aus eigenen Erfahrungen oder aus Anekdoten, die ihr mittlerweile auch gerne zugetragen werden. „Mit 25 hätt‘ ich solche Bücher nicht schreiben können „, man brauche schon eine gewisse Lebenserfahrung, müsse mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und eine ausgeprägte Fantasie schade auch nicht, so die Autorin. Eigenschaften, die sich wohl auch Constantin Film, die Produktionsfirma, die den sechsten Teil der Reihe wieder in wunderbar lustige 96 Minuten gepackt hat, zu Eigen gemacht hat. Für Bezzel ist die erste Szene im ersten Film übrigens die allerbeste, weil es den Autoren gelungen ist, eine Szene zu schreiben, in der in zwei Minuten erklärt ist, wer die Hauptfigur ist und wie die tickt: „Ich stehe mit dem Schuldirektor vor seinem Haus und da steht ‚Stirb du Sau‘ an der Wand und ich ihm dann sage: ‚Rektor ist halt nicht der beliebteste Beruf bei den Schülern‘. Polizist zwar auch nicht, aber bei mir steht nicht ‚Stirb du Sau‘ an der Wand.

Foto: Stina Walterbach

Auf diesen wundervoll trockenen Humor dürfen sich die Fans natürlich auch im „Leberkäsjunkie“ freuen. Dieses Mal mit Kind und einem großen Liebeswirrwarr auf allen Seiten. Für die Kinobesucher gab’s am Freitag übrigens nicht nur Fotos mit den Schauspielern und der Autorin, sondern auch einen kleinen Einblick in den Drehalltag vor dem Filmstart, bei der Bezzel unter anderem verriet, warum Ludwig nicht mit auf Tour konnte. Der sei nämlich gerade mit dem Pudel von Heidi Klum in den Flitterwochen auf Sylt. „Ich soll schön grüßen“, sagte Bezzel. Lisa Marie Potthoff ist dagegen glücklich, dass sie mit Sebastian Bezzel viel weniger schimpfen müsse, als mit seiner Figur Franz und Rita Falk freute sich nicht nur über den neuen Film, sondern auch darüber, dass der Eberhofer in diesem Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert. Ein rundum gelungener Tourstopp also, bei dem am Ende das traditionelle Foto mit dem Kinopublikum natürlich nicht fehlen durfte.

Noch mehr Material zum neuen Film „Leberkäsjunkie“, zur Kinotour und alle Trailer gibt’s auch auf www.constantin-film.de