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Katharina Harbach
Titelfoto: Petra Teufl
24. Juli 2020

Fantasy und Science-Fiction in Regensburg

Eine magische Gilde und ein skrupelloser Software-Mogul treiben in Regensburg ihr Unwesen. Wir haben mit der Autorin Petra Teufl über ihr neues Buch und ihre Tipps für Schreiberlinge gesprochen.

Petra Teufls Roman behandelt die wichtigen Themen Fake News und Überwachung.Petra Teufl

Regensburg. Meistens werden die beiden Genres „Historisch/Fantasy“ und „Science Fiction/Futuristisch“ eher abgegrenzt voneinander betrachtet und so gut wie nie miteinander kombiniert. Petra Teufl hat es aber dennoch getan: Ihr neuer Jugendroman „Die grüne Feder“, der den Auftakt einer Trilogie bildet, kombiniert beide Welten und vereint diese – in Regensburg.

Dorthin zieht nämlich ihre Protagonistin, die 16-jährige Lara, mit ihrem Vater. Dabei gerät sie in den Fokus von zwei unterschiedlichen Welten: der zwielichtige Unternehmer Charles Braxton mit seiner medialen Überwachungsstadt Braxcity und die mysteriöse „Gilde der Schreiber“. Der Roman setzt sich mit wichtigen aktuellen Themen wie Fake News, Überwachung und dem gläsernen Menschen auseinander. Lara versucht, hinter die Geheimnisse der Gilde, insbesondere einer geheimnisvollen grünen Schreibfeder, und von Braxtons Machenschaften zu kommen um zu erfahren, was das alles mit dem merkwürdigen Tod ihrer Mutter auf sich hat.

Der Roman ist ab sofort im Buchhandel erhältlich:

ISBN: 978-3-86327-056-8; Parlez-Verlag

Doch wie kommt man auf diese Idee und warum eignet sich Regensburg dafür so gut als Schauplatz? Wir haben Petra Teufl ein paar Fragen zu ihrem neuen Buch sowie über ihren Weg als Autorin gestellt.

Frau Teufl, was hat Sie auf die Idee zu der Fantasy-Reihe gebracht?

Der Ursprung dieser Geschichte ist mein Interesse an Medien, insbesondere der Schrift. Von Beginn an war sie ein Mittel zur sachlichen Information, Selbstausdruck des Schreibenden sowie der Manipulation der Leser. Dies galt zur Zeit der Keilschrift in Mesopotamien und gilt besonders heute im digitalen Zeitalter. Meine Geschichte erzählt von geheimnisvollen mystischen Aspekten vergangener Zeiten und von manipulativen digitalen Medien der Gegenwart.

Und warum haben Sie die Geschichte in Regensburg spielen lassen?

Regensburg ist eine ideale Stadt für so eine Geschichte. Sichtbares Mittelalter grenzt an global agierende Hightech Unternehmen.

Wie lief der Entstehungs-und Schreibprozess bei ihnen ab?

Den Startschuss zu dem Roman gaben meine Kinder, die mit ihren ersten Smartphones vor mir saßen und interessiert über die Displays wischten. Als Mutter sah ich mich gezwungen mich mit diesem Einfluss auseinanderzusetzen. Daraus entstand die futuristische Laborstadt Braxcity.

Insgesamt hat die Arbeit an dem Roman bis zu der Veröffentlichung von Band 1 (von 2) sieben Jahre gedauert. Ich habe mich Schritt für Schritt durch die Geschichte gearbeitet. Immer wieder überarbeitet, geändert, verdichtet und am Stil gefeilt. Bis kurz vor Beendigung des Manuskriptes für Band 2 im März diesen Jahres, wusste ich noch nicht, wie die Geschichte für meine Figuren enden würde.

Wie sind Sie generell zum Schreiben gekommen?

Eigentlich ist Schreiben für mich nur das mir zur Verfügung stehende Mittel, um Geschichten zu erzählen. Ich liebe Geschichten. Ob als Buch, Film oder mündliche Erzählung.

Vor circa zehn Jahren, als wir in der Gemeinde Aufhausen wohnten, bekam ich die Gelegenheit, für die Mittelbayerische Zeitung zu berichten. Das war der Beginn meiner kontinuierlichen Schreibarbeit. Dann kam das Studium des Kreativen und Biografischen Schreibens und die ersten Kurzgeschichten.

Was wären Ihre Tipps für angehende Autoren?

Durchhalten und Lernen, mit Kritik umzugehen. Letzteres war für mich ein wichtiger Schritt. Ein Verriss eines Textes von Testlesern hilft mir mehr als ein laues, freundliches „nicht schlecht“.

Ihr möchtet selber lernen, wie man spannende Geschichten schreibt? Petra Teufl bietet seit einigen Jahren an der Fakultät der Sozial- und Gesundheitswissenschaften eine Schreibwerkstatt an. Dort hilft sie Anfängern im literarischen Schreiben die Vielfalt des Schreiben zu erleben. Der Kurs ist allerdings nur für Studenten.

Für alle anderen hat sie daraus gemeinsam mit Sabine Rädisch das „Schreiblustbuch“ erstellt mit kleinen Impulsen, die zu Geschichten anregen sollen.

Das Schreiblustbuch: Dichten, kritzeln, mit Worten spielen. Von Petra Teufl und Sabine Rädisch. ISBN: 978-3-46634-726-1. Kösel-Verlag

Auch im W1 könnt ihr euch bei verschiedenen Aktionen wie den Literaturfreundschaften mit anderen angehenden Autoren vernetzen.

Katharina Harbach