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Titelfoto: Christina Ott
25. Juni 2020

Hard:Line trotzt dem Corona-Monster

Um im September die besten Horrorfilme und Thriller auf die Leinwand bringen zu können, haben die Macher des Hard:Line-Filmfestival an ihrem Konzept gefeilt.

Auch in diesem Jahr findet das Hard:Line Filmfestival statt – diesmal schon ab 23. September, allerdings unter coronabedingten Auflagen. Foto:Christina Ott

Regensburg. Jährlich bringt das internationale Hard:Line-Filmfestival extremes Kino aus aller Welt nach Regensburg. Auch 2020. Trotz Corona. Mit Horrorfilmen, Thrillern und dem Science-Fiction-Genre halten die finstersten Schatten der Popkultur von 23. bis 27. September Einzug im Ostentor Kino – und im heimischen Wohnzimmer. Aufgrund der zu erwartenden Sicherheitsauflagen und der Gefahr einer zweiten Infektionswelle, hat sich das Team zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Erstmals wird ein Regensburger Filmfest sein Programm auch im Internet streamen.

Das Team um Festivalleiter Florian Scheuerer arbeitet seit Februar an der Umsetzung des Events. Das Festival versammelte zuletzt mehr als 3000 Menschen im Stadtosten von Regensburg und zu Hochzeiten bis zu 1000 Personen gleichzeitig auf dem Festivalgelände. 2020 sind das einfach zu viele Menschen auf einem Haufen. Deshalb haben die Festivalmacher gründlich überlegt und in Absprache mit Sponsoren, Förderern und Partnern eine mögliche Lösung gefunden. „Ein Filmfest wie das unsere ist in diesem Jahr nur mit massiven Einschränkungen durchführbar, die für den Filmliebhaber aber möglichst gering bleiben müssen“, sagt Scheuerer.

So voll wie im letzten Jahr wird es im Kinosaal diesmal nicht. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen sind die Plätze pro Screening auf 50 beschränkt. Foto: Werner Damboeck

Einer der Eckpfeiler ist die Beschränkung auf 50 Personen pro Screening. Aufgrund der notwendigen Verfolgbarkeit werden die Plätze ausschließlich an Dauerkartenbesitzer gegeben. Um für ausreichende Belüftung zu sorgen, sind Pausen von mindestens einer Stunde vorgesehen. Das Festival reduziert daher sein Filmprogramm auf zehn Langfilme und zwei Kurzfilmblocks. Die freibleibenden Plätze im Kino werden virtuell vergeben. Hinsichtlich urheberrechtlicher Sicherheit überzeugte eine international renommierte Plattform, die nach härtesten Standards operiert. Zusammen mit Festival Scope und Shift 72 werden alle Filme nach der Kinovorstellung 24 Stunden lang zum Streaming angeboten. Pro Film gibt es maximal 100 Tickets. Partys und Filmgäste müssen aber ausbleiben.

Als Hybridfestival geht das Hard:Line neue Wege und möchte allen Zuschauern auch 2020 die Möglichkeit geben, extremes Kino aus der ganzen Welt zu genießen. Dieses Jahr wird dabei aber eine Ausnahme bleiben. „Auch wenn mit Corona eine neue Zeitrechnung für kulturelle Veranstaltungen beginnt und wir gezwungen sind, unser Festival in diesem Jahr anders durchzuführen: Hard:Line wird ein Kinofestival bleiben“, sagt Florian Scheuerer. Festivals hätten die Aufgabe, Filme für ein gemeinsames Erlebnis ins Kino zu holen. Das gelte in besonderem Maße für randständiges Kino aus Horror, Thriller und Science-Fiction.