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06. November 2019

„Ich kann meinen Traum leben“

Gregor Meyle hat sich vom Roadie auf die Bühne gekämpft. Am 14. November kommt der 41-Jährige mit seiner Band und neuem Album ins Regensburger Audimax. Wir haben vorab mit ihm über Glück, tiefgründige Texte und lateinamerikanische Einflüsse gesprochen.

Am 14. November ist Gregor Meyle im Regensburger Audimax zu hören. Foto: Ralf Schönenberg

Regensburg. Keine Starallüren, immer freundlich und dankbar für seinen Erfolg – Gregor Meyle ist ein Ausnahmekünstler, und das nicht nur auf, sondern vor allem abseits der Bühne. Er weiß, wie man sich als Roadie fühlt und was es bedeutet, lange für seinen Traum kämpfen zu müssen. Am 14. November kommt er mit seiner Band und seinem neuen Album „Hätt‘ auch anders kommen können“ ins Regensburger Audimax. Mit uns hat er im kult-Interview vorab über Glück, Liebeserklärungen an seine Familie und lateinamerikanische Einflüsse gesprochen.

Dein aktuelles Album heißt „Hätt‘ auch anders kommen können“. Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass mir klar ist, dass vieles auch hätte anders kommen können. Ich kann meinen Traum leben und darf jeden Tag Musik machen. Und ich hab auch noch das Glück, davon leben zu können und meine Familie ernähren zu können. Das ist ein Geschenk. Natürlich steckt da auch ganz viel Fleiß und Arbeit drin. Davor habe ich auch gerne als Tontechniker gearbeitet. Aber das war eben immer eine Alternative. Auch damals war es schon das Schönste für mich, jeden Tag Musik zu machen. Ich genieße das auch noch nach zwölf Jahren und weiß, für mich hätte es auch komplett anders kommen können.

Ist „Weck mich niemals auf“ eine Liebeserklärung an deine Familie?

Ja natürlich, selbstverständlich. Mir ist klar, wie schön meine Situation ist und ich genieße, dass wir unser Leben sehr selbstbestimmt führen können. Wir sind unabhängig und haben die Möglichkeit jedes Jahr zu entscheiden, was wir machen, wie wir das machen und was musikalisch passiert. Ich bin jemand, der gerne arbeitet, dann aber im Urlaub oder im Familienleben die Arbeit zur Seite legt. Nach 23 Jahren Selbständigkeit laufe ich normalerweise immer mit dem Rechner oder einem Stift herum, auf der Suche nach neuen Ideen und Konzepten. Bei meiner Familie schalte ich bewusst ab und genieße die gemeinsame Zeit. Dieser Song ist ganz klar eine Liebeserklärung an meine Familie.

Deine Songtexte lesen sich ein bisschen wie Tagebucheinträge? Hat sich vom ersten Album bis jetzt etwas an deiner Art Songs zu machen, verändert?

Also eigentlich nicht viel, außer dass mein Anspruch höher geworden ist. Ich finde nach wie vor Songs vom ersten Album toll und packe die auch immer mal wieder aus. Jedes Album hat so seine Zeit und sicherlich würde ich heute bei einer Neuproduktion einige Kleinigkeiten anders machen. 2008 kam mein erstes Album raus und das ist ein Baustein. Mittlerweile gibt es so etwas wie eine kleine elfjährige Historie von veröffentlichten Songs. Songs schreibe ich schon seit 25 Jahren, die veröffentlichten sind meine Meilensteinchen. Bis auf zwei Alben waren auch alle in den Top Ten, glaube ich. Genau weiß ich es gar nicht. (lacht)

Einige Songs auf dem Album haben lateinamerikanische Einflüsse, zumindest was den Sound betrifft. Was hat es damit auf sich?

Ich liebe kubanische Musik und Salsa Mucke. Die kommt bestimmt noch häufiger auf zukünftigen Alben vor. Sie drückt so eine Lebensfreude aus und löst bei mir immer auch etwas Urlaubsfeeling aus. Auf der Bühne haben wir ja auch Bläser und können das von den Arrangements her gut nachempfinden.

Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

Also ein Song, den ich sehr mag, ist „Stolz auf uns“. Den habe ich für meine Mama geschrieben und der bewegt mich immer wieder aufs Neue. Dieser Song ist im Affekt entstanden. Meine Mama ist letztes Jahr gestorben und das Lied hätte ihr sehr, sehr gut gefallen. Wobei, jeder Song auf dem Album hat etwas ganz besonderes und eine eigene Welt. Einige kommen leichtfüßig daher und dann gibt es auch einen Song, „Wie kann das geschehen“, der eine tiefere Message hat. Also so einen wirklichen Lieblingssong habe ich nicht, es kommt immer auf die Situation an, in der ich gerade bin.

Was erwartet uns bei deinem Konzert in Regensburg?

Regensburg ist eine wunderschöne, alte Stadt. Hätte ich damals Abitur gemacht und studiert, wäre sicherlich Regensburg meine erste Wahl gewesen. Früher haben wir dort öfter mal im Art Club gespielt vor 30 Leuten und jetzt spielen wir im Audimax. Wir haben eine tolle Band mit klasse Musikern und ich freue mich drauf. Das werden die Zuschauer spüren.

Vielen Dank Gregor Meyle für das schöne Interview. Tickets für das Konzert am 14. November im Audimax gibt’s an allen bekannten Vorverkaufsstellen und auf www.eventim.de.