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Titelfoto: Elena Schweitzer - stock.adobe.com
19. Dezember 2020

Interview mit dem Christkind

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Eigentlich sind wir gerade mittendrin in der „staaden Zeit“. Einer aber ist gerade ganz schön im Stress: das Christkind. Wir haben uns mit ihm über seinen Job unterhalten.

Wie es dem Christkind in der heißen Weihnachtsphase so geht? Wir haben uns mit ihm unterhalten. Foto:Elena Schweitzer - stock.adobe.com

Regensburg. Die „staade Zeit“ ist in diesem Jahr wirklich ruhiger. Die meisten haben an Weihnachten frei. Nur für einen ist der 24. Dezember der stressigste Tag des Jahres: Für das Christkind. Wir hatten die einmalige Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen.

Liebes Christkind, jetzt geht es für dich in die heiße Weihnachtsphase. Wie gehst du mit Stress um?

Christkind: Zum Glück habe ich beim Geschenkeausliefern auch in diesem Jahr Unterstützung: Mein Kollege Santa Claus kümmert sich um die Verteilung in Amerika. Väterchen Frost verteilt die Päckchen in Russland, die Hexe Befana in Italien. Dann kann ich mich auf Deutschland konzentrieren.

Nach so einem anstrengenden Tag mache ich mir gerne einen leckeren Chai-Tee, lege die Füße hoch und schaue Serien. Im Moment suchte ich „Lucifer“.

Apropos Santa Clause: Wie findest du es, dass er so viel Aufmerksamkeit bekommt?

Christkind: Hach, von Santa gibt es so viele Werbeartikel – vom Schoko-Weihnachtsmann bis zum Spielzeug. Von mir nicht. Das ist aber nicht schlimm, so kann ich auch unterm Jahr unerkannt auf die Straße gehen. Santa kennt man ja sofort. (lacht)

Wie wirkt sich Corona auf deine Arbeit aus?

Christkind: Mit den Ausgangsbeschränkungen wird es schwierig für mich: Ich kann ja erst dann kommen, wenn gerade niemand im Raum ist. Jetzt sitzen die meisten Leute zuhause. Da besteht die Gefahr, dass mich jemand entdeckt. Sobald die Luft aber rein ist, husche ich ins Zimmer und lege die Geschenke unter den Baum. Da mich eh niemand sieht, kann ich auch gut den Mindestabstand einhalten. Und ich komme durchs Fenster – schon ist auch gleich wieder gut gelüftet. Einen Mundschutz trage ich sicherheitshalber aber trotzdem.

Was sind denn so die Geschenke-Trends des Jahres?

Christkind: Klopapier und Nudeln braucht man dieses Jahr nicht schenken. Da sind alle noch gut eingedeckt. Aber da Bücher jedes Jahr gerne geschenkt werden, gibt es heuer eben „Die 100 besten Nudelsalate“ und „Basteltipps mit leeren Klopapierrollen“. Was aber auffällt, ist, dass auf ganz vielen Wunschzetteln „Gesundheit“ steht. Für mich etwas schwierig, aber ein bisschen Engelshaar und Sternenstaub lasse ich immer da – das wirkt wie ein Desinfektionsmittel.

Und was machst du so, wenn nicht Weihnachten ist?

Christkind: Für mich ist das ganze Jahr Weihnachten. Schließlich muss ich ja genau beobachten, wer brav war oder wer nicht. Aber auch da habe ich Unterstützung: Anfang Dezember ermahnt der Nikolaus meine Schützlinge. Die meisten reißen sich dann zusammen, dann bekommen auch sie etwas von mir zu Heilig Abend.

Ansonsten helfe ich im Frühling dem Osterhasen bei seinen Vorbereitungen. Und wenn Not am Mann ist, springe ich auch mal für die Zahnfee ein – langweilig wird mir also so schnell nicht.