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Titelfoto: AgfaPhoto GmbH
05. August 2020

Jahr des Inklusionsfilms

Nach einer kleinen Zwangspause wird die Filmreihe mit inklusiven Themen im Leeren Beutel fortgesetzt.

In dem belgischen Drama „Hasta la Vista“ machen sich drei Menschen mit Behinderung auf den Weg nach Spanien. Foto:AgfaPhoto GmbH

Regensburg. Um das Thema Inklusion im Bewusstsein weiter wach zu halten, hat sich der Verein „Irren ist menschlich“ zusammen mit dem Inklusionsbeirat der Stadt Regensburg dazu entschlossen, die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene inklusive Filmreihe ab dem 5. August weiterzuführen.

Unter dem Motto „2020 – Jahr des Inklusionsfilms“ wird an insgesamt 13 Abenden in der Filmgalerie Leerer Beutel ein Film zum Thema Inklusion beziehungsweise Leben mit Behinderung gezeigt. Vereine oder Selbsthilfegruppen übernehmen dabei neben dem Inklusionsbeirat der Stadt Regensburg Patenschaften für einzelne Filmabende. Im Anschluss an jede Filmvorführung, die immer um 19.30 Uhr beginnt, wird eine Podiumsdiskussion, ein Expertengespräch oder ein Vortrag stattfinden, um die im Film gezeigte Thematik zu vertiefen.

Den Re-Start nach der Zwangspause macht am heutigen Mittwoch das belgische Drama „Hasta la Vista“. Es handelt von drei Menschen mit Behinderung, die alle noch nie Geschlechtsverkehr gehabt haben. Sie beschließen deshalb, in das nordspanische Bordell „El Cielo“ (deutsch: „der Himmel“) zu gehen, das auf die Bedürfnisse behinderter Kunden spezialisiert ist. Im Anschluss an den Film werden die Themen Sexualität und Behinderung mit den Experten der Beratungsstelle pro familia Regensburg erörtert und auch das Thema Sexualbegleitung vertieft.

Viele weitere Aspekte rund um den Themenschwerpunkt Inklusion werden bis zum Ende der Filmreihe ebenfalls beleuchtet. Unter anderem stehen die Themen Panikattacken und Ängste und Down-Syndrom bei den Filmabenden auf der Agenda. Die Veranstaltung zum Thema inklusive Bildung am 4. November mit Raul Krauthausen unterstreicht neben der Aufführung des Films „Systemsprenger“, Gewinner der letztjährigen Internationalen Filmfestspiele von Berlin, den hohen Stellenwert der Filmwochen. Krauthausen ist Behindertenaktivist und Mitbegründer des gemeinnützigen Vereins „Sozialhelden“ und des Projekts „Wheelmap.org“.

Die Filmreihe verdeutliche, welche Wertigkeit das Thema Inklusion in der breiten Öffentlichkeit mittlerweile erreicht habe, so Klaus Nuißl vom Verein „Irren ist menschlich“ und Florian Stangl vom Inklusionsbeirat der Stadt Regensburg.

Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer zeigte sich erfreut über die Fortführung des inklusiven Filmfestivals: „Mit dem Jahr des Inklusionsfilms wollen wir dazu beitragen, das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen in der Mitte unserer Gesellschaft zu schärfen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern. Klischees und Vorurteile gegenüber dieser Gruppierung sollten in allen Lebensbereichen abgebaut werden.“

Das detaillierte Programm zu den einzelnen Filmabenden findet ihr im Veranstaltungskalender der Stadt