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kult-Redaktion
11. August 2019

Kultige Podcasts

Hier geht es um Nachhaltigkeit, Beziehungen, Skateboards, Alltagskram, Sex oder Geld: Wir stellen euch unsere Podcast-Tipps aus der Redaktion vor.

Ihr hört keine Podcasts? Grober Fehler, da kann man doch so viel lernen, sich inspirieren lassen oder einfach mal abschalten. Wir haben da mal einen kleine Auswahl für euch zusammengestellt. Foto: dekdoyjaidee – stock.adobe.com

Paardiologie

Charlotte Roche und ihr Mann Martin Keß reden im Spotify-Podcast „Paardiologie“ jede Woche über ihre Beziehung. Klingt harmlos und langweilig? Ist es aber nicht. Denn das Paar hat harte Zeiten und tiefe Abgründe durchgestanden, inklusive Saufkoma, Wutanfällen und Tischwerfen. Darüber und über ihre Gefühle dabei sprechen sie im Podcast.

Man hört dem Paar gerne zu, weil sie außergewöhnlich offen und ruhig miteinander sprechen – über Missverständnisse, Vorwürfe, Sex mit anderen und vor allem über die Liebe. Denn die tiefe Verbundenheit der beiden ist in jeder Folge spürbar. Als Frau hört man Martin besonders gern zu, weil er unheimlich reflektiert und ruhig über sich selbst und über Charlotte spricht.

Eine Besonderheit ist jede Woche „Was ich dich schon immer fragen wollte“. Da packt Charlotte Roche in der zweiten Folge bereits die Keule aus: „Warum wolltest du keine gemeinsamen Kinder mit mir?“. Sie dachte nämlich, er hielte sie für eine schlechte Mutter – und das wäre der Grund gewesen. Dabei liefert ihr Mann eine andere Antwort, die einer Liebeserklärung gleichkommt. Dafür fragt er eine Woche später: „Was verstehst du eigentlich unter einer offenen Beziehung?“.

The Nine Club

Wer schon immer einmal wissen wollte, wie Tony Hawk zu seinem ersten Skateboard oder Andy Roy zu seinen neuen Zähnen gekommen ist, der ist bei Chris Roberts, seinen Co-Hosts Roger Bagley und Kelly Hart und deren gemeinsamen Baby „The Nine Club“ bestens aufgehoben. Jeden Montag haben die drei einen anderen Skateboard-Profi zu Gast und sprechen mit ihm über die wirklich wichtigen Dinge im Leben: Skateboards, Skateboard-Tricks, Skateboard-Videos und all die Geschichten, die ein Leben als professioneller Skateboarder in Amerika zwangsläufig mit sich bringt.

Nur eins vorab: Man muss ein ziemlich Skate-Nerd sein, um mit der Show, die als Podcast auf der Nine-Club-Website, allen gängigen Streaming-Portalen und als Video auf Youtube erscheint, warm zu werden – beziehungsweise um zu verstehen, von was in aller Welt die vier gerade sprechen, wenn Andrew Reynolds erklärt, wie er seine Frontside Flips macht.

A Mindful Mess

Fleisch essen ist nicht gut fürs Klima – wissen wir inzwischen alle. Aber Fisch geht in Ordnung, oder? Spielt es eine Rolle, bei welcher Bank mein Geld liegt? Und wann ist Kleidung eigentlich wirklich fair produziert? Die Österreicherin Madeleine Daria Alizadeh hat eine echte 180-Grad-Drehung hingelegt: In den ersten Jahren ging es auf ihrem Blog „Dariadaria“ hauptsächlich um Make-up und Fast Fashion. Heute hat sie ihre eigene ethische Modelinie herausgebracht und engagiert sich auf unterschiedlichen Plattformen gegen Ausbeutung von Menschen und Tieren.

In ihrem Podcast „A Mindful Mess“ spricht sie in unregelmäßigen Abständen über alles, was sie bewegt – ökologische und politische Ungerechtigkeiten, aber auch Persönlichkeitsentwicklung und Achtsamkeit. Gut recherchiert und verständlich erklärt, versucht Daria sich auch immer wieder selbst zu hinterfragen. Ein festes Konzept, dass sich durch alle Folgen zieht, gibt es allerdings nicht. Stattdessen bekommt man eine Mischung aus Interviews, kurzen Erklärstücken, Erfahrungsberichten und Lesestunden.

Madame Moneypenny

Der Podcast „Madame Moneypenny“ sollte für alle Frauen Pflicht sein, die etwas aus ihrem Geld machen wollen. Und damit ist kein Sparbuch oder Tagesgeldkonto gemeint! Natascha Wegelin, vierfache Unternehmerin aus Berlin, erklärt im Podcast, wie Frauen lernen können, ihre Finanzen selbst zu regeln und sich nicht auf ihre Männer oder irgendwelche Berater zu verlassen.

Ihr geht es dabei nicht darum, bestimmte Produkte zu verkaufen, sondern Frauen zu ermuntern, finanziell unabhängig zu werden. Nachdem sie selbst 18000 Euro für eine sündhaft teure und nutzlose Rentenversicherung gezahlt hatte, beschloss Natascha, sich selbst Finanzwissen anzueignen.

Im Podcast erzählt sie, warum ihrer Ansicht nach Vermögen weiblich ist und Frauen bessere Anlegerinnen sind, wie man das Investieren startet und warum man dafür keine Reichtümer braucht. Sie klärt auch über Mythen zu Aktien und Börse auf, spricht über Gehaltsverhandlungen, passives Einkommen oder gibt Geldtipps für Studentinnen.

Herrengedeck – Der Podcast

Laut Wikipedia versteht man unter einem Herrengedeck „eine bestimmte Kombination zweier alkoholischer Getränke“, meist Bier und Korn. Wer jetzt aber an alte weiße Männer denkt, die sich übers Weltgeschehen auslassen, liegt komplett daneben. Ganz im Gegenteil: Hinter „Herrengedeck – Der Podcast“ stecken zwei Mädels, die kein Blatt vor den Mund nehmen und mit viel Humor über ihre Eigenheiten und die kleinen Alltagsdinge reden, die uns das Leben schwer machen oder auch versüßen.

Laura Boriczka, alias Laura Larsson und Ariana Baborie leben in Berlin, arbeiten gemeinsam beim Radiosender 98.8 KissFM und klären seit 2016 in ihrem Podcast Fragen wie, warum sie Arte-Reportagen über Sonnenbänke gucken, warum Tine Wittler in ihrer Seele mal ein paar Dekokissen auslegen müsste oder warum sie Goodie-Bags für One-Night-Stands verkaufen wollen. Sowas wird in Fachkreisen gerne mal als Laberpodcast bezeichnet, und genau das ist es auch.

Laura und Ariana reden einfach über alles, was sie gerade beschäftigt. Das kann mal ernst, aber eben oft auch sehr lustig sein. Wer nach der Uni oder Arbeit einen netten Podcast zum Abschalten sucht, der gute Laune macht, ist bei den Mädels genau richtig. Dazu noch ein Bier und einen Korn auf den Tisch und man kann sogar mit anstoßen, das ist nämlich der traditionelle Anfang jeder Folge. #Prost

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