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19. Februar 2020

Kunst ist kein Luxus

Regensburger Musiker, Tänzer, Literaten und Schauspieler schließen sich zur Kulturbühne zusammen.

Derzeit proben die beiden Schauspieler Ole Bosse (li.) und Jessica Schilling (Mitte) im Mehrgenerationenhaus für das Stück „Liebe Frau Nüsslan“. Johann Maierhofer (re.) hat die Buchvorlage für die Bühne überarbeitet und führt Regie. Foto: Maria Stich

Regensburg. Es tut sich etwas Neues in der Kulturszene: Im März geht die sogenannte Regensburger Kulturbühne an den Start. Entstanden ist die Idee dazu Mitte letzten Jahres aus einem Netzwerk mehrerer freischaffender Künstler. Sie wollen das Kulturleben mit verschiedensten Programmkonzepten in den Bereichen Schauspiel, Musik, Literatur und Tanzen bereichern. „Wir sind eine kreative Graswurzelbewegung aus eigenständigen Künstlern. Jeder von uns hat eigene Potenziale und kann eine neue Sicht einbringen. Wir wollen weg vom Etablierten“, sagt Ole Bosse, der als Schauspieler für Film und Theater tätig ist.

Mehr als ein Wirtschaftsfaktor

Neben ihm wirken derzeit unter anderem seine Schauspielkollegin Jessica Schilling, der durch sein Festival Mini Mundi bekannte Liedermacher Fredmann, die Tanzperformerin Eva Maria Zepf, das Multitalent Florian Hanglberger, der Musiker Hans Wax sowie der Musiker und Autor Johann Maierhofer mit. „Kultur ist vielfältig und viel mehr als ein reiner Wirtschaftsfaktor. Kunst ist an sich genauso wertvoll. Auch ohne monetäre Hintergedanken“, findet Maierhofer. Vor allem im ersten Jahr, in dem sie noch keine feste Spielstätte haben, wollen die Mitwirkenden der Kulturbühne neben der Altstadt auch in anderen Stadtvierteln auftreten. „Kultur wurde aus dem Kern der Gesellschaft verdrängt. Deswegen wollen wir spontan und unkompliziert zu den Leuten kommen und vergessene Orte wiederbeleben“, erklärt Bosse. Ohne feste Spielstätte entfällt auch der Zwang eines langfristig festgelegten Spielplans. So können kurzfristige Überraschungen ins Programm aufgenommen werden. „Jeder kann sich einbringen“, sagt Maierhofer. Auch wenn die Kulturbühne die Stadt Regensburg im Namen trägt, soll auch die Region einbezogen werden. „Je weiter man rausgeht, desto weniger kulturelle Angebote gibt es ja“, sagt Schilling.

Kulturbühne ohne eigene Bühne

Die erste Veranstaltung der Regensburger Kulturbühne steht am Mittwoch, 4. März an: Johann Maierhofer liest im Orlando di Lasso unter dem Motto „Drei Pfund Kunst – und sonst noch was?“ lustig-listige Geschichten rund um die Kunst vor. Einlass ist ab 19 Uhr. Des Weiteren ist bereits eine Theateraufführung mit Jessica Schilling und Ole Bosse in Planung. Dafür hat Maierhofer den Roman „Liebe Frau Nüsslein“ von George Farmer – eine Liebesgeschichte in Briefen – für die Bühne bearbeitet. Als Regisseur ist er außerdem laufend auf der Suche nach Bühnen. „Es ist schön, dass wir so gut aufgenommen werden und im Statt-Theater oder im Mehrgenerationenhaus proben dürfen“, freut sich Maierhofer. In den nächsten Monaten sollen außerdem eine szenische Lesung mit Eva Maria Zepf, Florian Hanglberger und Maierhofer sowie ein musikalischer Abend mit Oberpfälzer Geschichten folgen.

Die aktuellen Termine und Spielorte werden jeweils auf www.demanumea.de/kultur bekanntgegeben.