Liebe, Angst und Punkrock

Wir haben unsere Eindrücke vom Hardline Festival zusammengefasst und verraten euch, wer überraschenderweise Publikumsliebling geworden ist.

Ein Wochenende voller guter Horrorstreifen. Wir sind begeistert und freuen uns schon auf nächstes Jahr!

Unsere Nerven brauchen jetzt erstmal ein bisschen Wellness. Nach vier Tagen blankem Horror ist am Sonntagabend das Hardline Filmfestival zu Ende gegangen. Das Team um Florian Scheuerer hat wieder ein Wochenende voller völlig unterschiedlicher Filme aus dem Horrorgenre und ein gut besuchtes Rahmenprogramm aus Aftershowpartys und Kinokonzert auf die Beine gestellt. Die Zuschauer fanden es gut: Mit 1500 Kinogästen und mit den Nicht-Kinogängern, die einfach nur das Rahmenprogramm genossen haben, kam das Festival auf etwa 2500 Besucher. „Das ist ein neuer Rekord“, freut sich Scheuerer, der mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Wochenendes ist.

Während die Gäste für „Night of the Virgin“ mit Kotztüten ausgestattet wurden und einen wahnsinnig lustigen Splatterfilm, mit der vielleicht ekligsten Szene seit langem sehen durften, ließen andere Filme wie die Weltpremiere „Death on Scenic Drive“ die Leute grübelnd in ihren Kinositzen zurück. Bei „Hounds of Love“ konnte man nach dem Ende im Kino förmlich riechen, dass das Publikum zum Schluss schwitzend mitfieberte. Und sogar ein Liebesfilm war dabei. Florian Scheuerer ist mal wieder gelungen, was er sich immer selbst zum Anspruch nimmt: ein Streifzug durch die Facetten des alternativen Horrorkinos. Denn Horror bedeutet eben nicht nur Monster, Dämonen und Geisterhäuser, manchmal ist der Mensch Horror genug, wie man in „Sexy Durga“ sehen konnte.

Publikumsliebling „Saving Sally“: In einer Welt voller Monster kämpft Marty um die schöne Sally. Ein liebevolles Kunstwerk, das reale Schauspieler in eine vollanimierte Umgebung setzt. (Copyright 2017, Liongoren)
 
Publikumsliebling „Saving Sally“: In einer Welt voller Monster kämpft Marty um die schöne Sally. Ein liebevolles Kunstwerk, das reale Schauspieler in eine vollanimierte Umgebung setzt. (Copyright 2017, Liongoren)

Wie schon in den Jahren zuvor, wurde auch das Publikum des fünften Hardline Festivals nach jedem Film gebeten, per Stimmzettel die einzelnen Filme zu bewerten. In diesem Jahr wurde „Saving Sally“ zum Publikumsliebling gekürt. Und das ist schon eine große Überraschung, denn: „Saving Sally“ ist ein Liebesfilm! Florian Scheuerer: „Der Tenor vom Publikum war ‚sooooooo schön!‘ – von wegen Horrorfilmfestival“, lacht er. Dicht gefolgt wurde der Liebesfilm allerdings dann doch von einem etwas blutigeren Streifen: „RAW“. Ein Coming-of-Age-Film über eine Vegetarierin, die plötzlich eine Leidenschaft für rohes Fleisch entwickelt – am liebsten menschliches. Yummi!

Hat man seine Pflicht erfüllt und den Stimmzettel abgegeben, ging es dann erstmal raus in den Biergarten der Kinokneipe. Frische Luft, eine Zigarette, ein Bier – so manch ein Film forderte durchaus einen kleinen Moment Pause, bevor man sich wieder ins Getümmel stürzte, mit gleichgesinnten Horrorfans weiterdiskutierte und schließlich auch in der Kinokneipe bei der Aftershowparty bis in die frühen Morgenstunden weiterfeierte. Sublime und DJ Marius sorgten für die passenden Beats. Am Sonntagabend gab es Livemusik von Point Baker.

Nicht nur um die Kinobesucher, auch um die internationalen Ehrengäste wurde sich bestens gekümmert. Vom Oktoberfestbesuch, über Publikumsgespräche nach den jeweiligen Filmen, bis hin zu Pressefrühstück und liebevollen Insidertipps rund um Platten- und Filmläden in der Stadt, fühlten sich die internationalen Regisseure, Produzenten, Kameramänner und Schauspieler pudelwohl und waren ganz verliebt in die Stadt. „Ein Mix aus allem mit Punk-Rock-Flair und einem tollen Team dahinter. Es war mir eine Ehre“, schrieb Gabriel Carrer, Regisseur von „Death on Scenic Drive“ auf Instagram. Wir sind gespannt, was uns nächstes Jahr wieder erwartet. Denn die kreativen Köpfe aus der Horrorbranche haben bestimmt schon wieder ganz neue, verrückte Einfälle!

Zeitvertreib. | 21. September 2017

Hardline Filmfestival

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