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Robert Bannert teleschau - der mediendienst
04. November 2019

„Luigi’s Mansion 3“ im Test

Slapstick-Geisterjagd im Spukhotel: Für „Luigi’s Mansion 3“ rüstet Marios Bruder tüchtig auf - mit Hunde-Begleiter, einem Doppelgänger aus Geister-Götterspeise und verschießbaren Toiletten-Pümpeln.

Keiner gruselt sich schöner: Super Marios Bruder betätigt sich in „Luigis Mansion 3“ wieder als Geisterjäger. Foto: Nintendo

Regensburg. Mario ist zwar Nintendos Superstar, aber alle paar Jahre darf auch mal sein kleiner Bruder Luigi im Rampenlicht stehen. Oder zumindest im Schein einer kleinen Taschenlampe, mit der er vor Angst schlotternd durch alte Spukgemäuer schleicht, um es von frechen Gespenstern zu befreien. Und das ist im neuen Switch-Ableger „Luigi’s Mansion 3“ eine knifflige Angelegenheit.

2013 hat Nintendo die Bewegungssensoren seiner Handheld-Konsole 3DS kreativ eingesetzt, um eine clevere Spuk-Jagd mit Adventure-Elementen zu gestalten: Um zu bestimmen, in welche Richtung Luigi Taschenlampe und Schreck-weg-Staubsauger hielt, musste der Geisterjäger hinter dem Bildschirm seiner Hosentaschenkonsole entsprechend bewegen und neigen.

Auf der Switch bietet man dafür gleich mehrere verschiedene Komfort-Optionen an: Je nachdem, wie man’s gerne hätte, benutzt man entweder die Motion-Control-Funktionalitäten der Controller, die beiden Analog-Sticks oder kombiniert beide Optionen miteinander. Gewöhnungsbedürftig sind allerdings alle Steuerungen: Bis man den Dreh raus hat, wie Luigi in die eine Richtung läuft, während er in die andere leuchtet, saugt oder auch ballert, dauert es eine Weile.

Willkommen im Geister-Hotel

Das riesige Gespenster-Hotel beherbergt sogar eine komplette Ritterburg nebst Kampfarena. Foto: Nintendo

Und beherrschen muss man diese Strategie aus dem Effeff, denn diesmal hat es Luigi gleich mit einem ganzen Spukhotel zu tun: Über ein Dutzend Stockwerke beherbergen Zimmer, riesige Nobel-Suiten und sogar ganze Vergnügungsparks, um die betuchten Gäste bei Laune zu halten. Wie zum Beispiel Prinzessin Peach nebst Hofstaat, zu dem natürlich auch die beiden Promi-Klempner zählen. Aber die Hotel-Inhaberin hat Schauriges im Sinn: Eigentlich ist die Dame ein Geist und mit ihrem gespenstischen Hofstaat sorgt sie schon im Spiele-Intro dafür, dass bis auf Luigi der gesamte Pilz- und Klempner-Clan kaltgestellt wird - gefangen in gespenstischen Gemälden.

Luigis einzige Verbündete, um das Chaos wieder in Ordnung zu bringen: Sein bereits aus dem Vorgänger bekannter Poltergeist-Hund sowie Spuk-Professor Gidd, der außer Schreck-weg-Sauger und Taschenlampe auch verschiedene Upgrades für das Gespenster-Bekämpfungs-Arsenal stellt. Darunter zum Beispiel eine Taschenlampe-Linse, mit der Luigi auch solche Gegenstände erkennen und wieder auf unsere Existenz-Ebene holen kann, die vorher ein Spuk hat verschwinden lassen. Oder eine Pümpel-verschießende Düse für den Staubsauger, mit deren Hilfe der Klempner glatte Fläche beschießen kann, um die Gegenstände anschließend herum zu wuchten und zu zerdeppern.

Besonders clever ist allerdings Fluigi - ein Gallert-artiges Abbild von Luigi, das normalerweise als formlose Schlacke im durchsichtigen Behältnis vom Schreck-weg schlummert: Einmal losgelassen, nimmt die Flüssigkeit die Form des Klempners an, um dann durch Gullis, Gittertore, Rohrleitungen und ähnliche Hindernisse hindurch zu glibbern. Die besten und auch meist teuflischsten Rätsel des Adventures beruhen auf dem Zusammenspiel von Luigi und seinem Gegenstück aus gruseliger Götterspeise.

Stockwerk für Stockwerk ein geistreicher und genialer Spaß

Rüsten sich einmal mehr für den Kampf gegen Geister-Horden: Luigi und sein gut gelaunter Polter-Hund. Foto: Nintendo

Um seine Freunde zu befreien, arbeitet sich Luigi Etage für Etage und per Aufzug durch das Spukhotel. Weil besonders freche Gespenster aber die Fahrstuhl-Knöpfe für die meisten Stockwerke gemopst haben, muss er sie erst in furiosen Bosskämpfen zurückerobern - zum Beispiel im Duell gegen einen Klavier-spielenden Poltergeist, der als Tasten-verschießendes Piano durch ein Theater randaliert. Oder indem man einen reitenden Klabauter-König von seiner Dämonen-Märe pümpelt und Horror-Chefköchen rohen Fisch um die Ohren ballert.

Das alles klingt skurril, macht aber eine Menge Spaß und ist auch ganz schön fordernd: Bis man die richtige Endgegner-Taktik durchschaut, sind meist mehrere Extra-Leben futsch. Die haben bei „Luigi’s Mansion 3“ übrigens die Form von Hundeknochen: Für jedes Leckerli holt das Geisterhündchen sein Herrchen einmal zurück.

Die Saug- und Taschenlampen-Gefechte gegen die normale Geister-Population sind zum Glück deutlich entspannter: Zuerst leuchtet man die grinsenden Spukgestalten mit aufgeladener Taschenlampe so lange an, bis sie belämmert durch die Gegend torkeln - dann saugt man sie unter viel geisterhaften Gezeter auf.

Gesellige Geisterjäger dürfen auf diese Weise sogar gemeinsam den Staubsauger anwerfen: Im „Wirrwarr-Turm“ gehen bis zu vier Luigis zusammen auf die Jagd - wahlweise lokal oder online. Der „Polterpark“ dagegen hält launige Mini-Spielchen für maximal acht Mitspieler bereit.

Obwohl „Luigi’s Mansion“ nicht mit den ganz großen Auftritten von Bruder Mario konkurrieren kann, ist es neben „Super Mario Odyssee“ der bisher stärkste Klempner-Auftritt für die Switch: Die witzig-charmante Kombination aus Cartoon-Klamauk und „Resident Evil“-verwandter Spiel-Logik ist hoch motivierend und audiovisuell so geschickt konstruiert, dass es auch einem stärkeren System wie PS4 oder Xbox gut zu Gesicht stehen würde. Verstecktes Highlight sind dabei einmal mehr Luigis witzige Animationen: Kein anderer Spiele-Held kann so hinreißend schlottern, jammern, sich erschrecken oder zu Boden gehen.

Spiel: Luigi’s Mansion 3

Hersteller: Nintendo / Next Level Games

Erhältlich seit: 31. Oktober

Genre: Action-Adventure

Bewertung: sehr gut

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