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Dominik Herzner
Titelfoto: Dominik Herzner
24. April 2014

Mehr als nur ein Leerstand

Regensburg bietet immer weniger Platz für Nachwuchskünstler. Gleichzeitig stehen immer wieder viele Gebäude leer. con_Temporary, eine Gruppe junger Studenten und Kunstfreunde, möchte diese Plätze sinnvoll nutzen.

Zum ersten Treffen der Initiative con_Temporary kamen rund 20 Leute. Bald steht die erste Zwischennutzung eines Leerstandes an.

Regensburg. Vor Kurzem haben Tilo Kmieckowiak, Julia Sperber und ihre Kollegen zu einem ersten Treffen eingeladen. Zu diesem Zeitpunkt hatte con_Temporary schon über 500 Fans auf Facebook. Und zum ersten Treffen sind rund 20 Interessenten gekommen und wollten mehr über con_Temporary erfahren. Vor allem junge Kunstschaffende und Vertreter der Subkulturen sind an dem Projekt interessiert. So zum Beispiel auch Marco Büdler, Initiator der Facebook Gruppe „Regensburger Subkulturen kämpft um eure Heimat“. „Ich hoffe, dass man sich gut ergänzen kann und freue mich auf gute Zusammenarbeit“, erklärte Marco im Hinblick auf mögliche gemeinsame Projekte.

Nach der Schließung des Art Clubs und dem nahenden Ende des Ostentorkinos hat sich die Gruppe nach der Podiumsdiskussion „Regensburg – Quo vadis“ zusammengefunden. „Wir wollen neuen Platz für Kunst und Kultur schaffen“, erklärt Tilo die Ziele von con_Temporary. Dazu möchte man temporär leerstehende Gebäude in Regensburg für Kunst und Kulturprojekte nutzbar machen. Das Tolle an einer Zwischennutzung ist, dass bereits vorhandener, aber ungenutzter Raum belebt wird. „Somit wirken wir dem Mangel an geeigneten Orten für kreative Prozesse im Hier und Jetzt aktiv entgegen“, erklärt die Gruppe ihr Vorhaben.

Tilo Kmieckowiak hat als Mitorganisator des Campusfests bereits Erfahrung in Planung und Koordination und so freut sich der Politikwissenschaftsstudent auf die erste Veranstaltung, die er mit con_Temporary konkretisieren kann. Am 17. Mai hat man mit dem ehemaligen Fotostudio in der Keplerstraße einen ersten Raum gefunden, den man neu beleben möchte. Geplant sind neben Musik und Performanceaufführungen auch Lesungen und eine Ausstellung von Architekturabsolventen. „Wir möchten die Location natürlich gerne länger offen halten und nicht nur an dem einen Abend, an dem wir unser Projekt präsentieren“, erklärt Tilo. Zugesagt haben bereits die bambule.babys und das freie Künstlerensemble. Weitere Künstleranfragen an Musiker sind in Planung.

Besonders erfreut zeigt sich die Gruppe auch über die Unterstützung seitens der Stadt Regensburg und einiger Sponsoren. „Für uns ist es wichtig, dass die Veranstaltungen kostenlos und zugänglich für alle Menschen sind“, freut sich Julia über jegliche Hilfen. Da die Gruppe rein ehrenamtlich arbeitet, ist man immer wieder auf die Förderungen von außen angewiesen. „Im Falle unseres ersten Projekts hat uns die Stadtbau GmbH unterstützt“, erklärt die Studentin für soziale Arbeit. „Ich hoffe, wir können am 17. Mai zeigen, wie bereichernd eine kulturelle Zwischennutzung für Eigentümer, Veranstaltungsbesucher, Stadtflair und Anwohner sein kann!“

Dominik Herzner