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Katharina Harbach
Titelfoto: Marina Geckeler Photography
08. September 2020

Musikalisch frei

Regensburgerin und Ex-„Voice-of-Germany“-Teilnehmerin Lea Herdt hat eine Single veröffentlicht – wir haben mir ihr über die Erfahrungen in der Castingshow, ihre Ziele und Herausforderungen geredet.

„Party Next Door“ geht musikalisch in eine Dance-/Pop- Richtung mit coolem Beat und bringt – wie schon die Promo-Bilder – Partyfeeling rüber. Foto:Marina Geckeler Photography

Regensburg. Wer die Castingshow „The Voice of Germany“ vergangenes Jahr verfolgt hat, dem ist vielleicht die Regensburgerin Lea Herdt im Gedächtnis geblieben: Sie begeisterte mit ihrer Ukulele und Songs wie „Sunday Morning“ und „Wonderwall“ die Jury und darunter vor allem ihren Coach Rea Garvey, mit dem sie es bis in die Sing-Offs schaffte.

Doch auch nach dem Aus bei „The Voice“ macht die 21-jährige gelernte Industriekauffrau mit der Musik weiter: Auf Instagram versorgt sie ihre Community regelmäßig mit akustischen Covern und eigenen Songs und wirkte zu Jahresbeginn Jahres bei einer Akustik-Session in Regensburg mit. Vergangenen Freitag hat sie einen weiteren Meilenstein erreicht und ihre erste offizielle Single „Party Next Door“ veröffentlicht, die ihr bei Spotify, iTunes und Google Play streamen könnt.

Über den Entstehungsprozess der Nummer, Leas Zeit nach „The Voice“ und ihre weiteren Pläne haben wir mit ihr im Interview gesprochen.

Wie hat das bei dir mit dem Singen eigentlich angefangen?

Lea Herdt: So mit 13,14 habe ich zum ersten Mal in der Schulband gesungen. Aber schon früher habe ich Garagenkonzerte für Nachbarn und meine Familie gegeben. Aber ich würde sagen, ab 14 Jahren konnte man mir dann auch erst so richtig zuhören.

Wie hat sich dein Leben seit „The Voice of Germany“ verändert? Merkst du den Hype aktuell immer noch so stark?

Kurz nach der Ausstrahlung war das schon ein krasses Gefühl, weil ich von so vielen Leuten auf der Straße angesehen und angesprochen wurde. Das hat sich aber sehr schnell zurückentwickelt. Mittlerweile gibt es keinen „Hype“ mehr.

Was konntest du bei „The Voice“ alles lernen?

Man hat bei „The Voice“ die Chance auf einer unfassbar großen Bühne zu stehen und dadurch habe ich ein großes Stück an Selbstbewusstsein gewonnen. Es ist nie einfach „beurteilt“ zu werden, aber damit muss man rechnen, wenn man den Schritt auf die Bühne und somit in die Öffentlichkeit wagt.

Wie lief der Entstehungsprozess von der aktuellen Single „Party Next Door“ ab? Wer war alles beteiligt und welche Schritte kamen da auf dich zu?

Der Song ist schon im Januar 2019, im Haus2000 in Berlin entstanden. Dort haben Marius (Künstlername: Mawre), Ole und ich eine Session gehabt. Wir hatten Bock, einen Gute-Laune-Song zu schreiben und haben uns Stichwörter hin und her geworfen, bis ein Konzept entstanden ist. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie wir auf das Highschool-Thema gekommen sind, aber der Prozess war mega lustig, weil wir in einem Musikvideo gedacht haben. In meinem Kopf haben sich die typischen amerikanischen Highschool-Szenen abgespielt und der Song erfüllt auch das ein oder andere Klischee. Wir haben den Song und das Demo an einem Tag fertiggestellt und es total gefeiert.

Sind noch mehr Songs von dir in Planung? Welche Ziele verfolgst du ansonsten noch?

Mein Ziel ist, erstmal alles auf mich zukommen zu lassen. Ich kann jetzt noch nicht sagen, welche Richtung ich weiter verfolgen möchte. Im Herbst wird ein Duett mit dem Künstler Mawre veröffentlicht, mit dem ich auch „Party Next Door“ geschrieben habe und sonst steht noch nichts fest.

Denkst du, die Corona-Krise stellt dich bei deiner Musik-Karriere jetzt (und in der Vergangenheit) vor größere Herausforderungen als zuvor? Und wenn ja, wieso?

Corona ist definitiv eine Herausforderung für jeden Künstler. Bisher wurden fast alle meine Auftritte für private Veranstaltungen abgesagt und es geht leider auch so weiter. Dadurch fehlt natürlich eine gewisse Präsenz. Aber alle Musiker haben das gleiche Leid und von dem her hilft es nichts, sich da reinzustressen.

Bei „The Voice“ war dein Markenzeichen ja die Ukulele und deine Musik eher im Akustikbereich. Die neue Single geht eher mehr in eine Dance-/poppige Richtung. Willst du musikalisch jetzt in Zukunft eher diese Art von Musik machen?

Für mich ist es extrem wichtig, dass ich mich musikalisch frei entfalten kann. Ich möchte die Musik machen, auf die ich Lust habe und mich da in keine Schublade stecken lassen. Ich schreibe englische und deutsche Songs, fröhliche, verliebte und auch traurige Songs. Da gibt es irgendwie keine Richtung.

Wer jetzt neugierig ist, kann ab sofort auf den genannten Streaming-Diensten in den Song reinhören. „Es gibt so einfache Möglichkeiten Künstler jeder Art zu pushen indem man die Person auf Social Media unterstützt, natürlich den Song streamt und seinen Freunden davon erzählt. Ich bin jedem Einzelnen so dankbar für diese kleinen Gesten“, sagt Lea.

Katharina Harbach