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Titelfoto: Oxana Bytschenko
22. September 2020

Neues Haus für Samtpfoten

Tierärztin Dr. Sabine Götz ist mit ihrer Katzenpension von Pentling nach Mintraching gezogen. Jetzt kann sie bis zu 50 miauende Gäste aufnehmen.

Die Katze Moly steht auf Meditationsmusik. Foto:Oxana Bytschenko

Regensburg. Ein Traktor fährt am Fenster vorbei, doch der schwarze Kater lässt sich bei seinem Mittagsschläfchen im Gras nicht stören. Zwei Gänse watscheln gemütlich über die Straße. Als eine fremde Katze aus der Nachbarschaft auftaucht, sind aber alle Bewohner der Katzenpension in heller Aufregung. Wer ist denn das?

Dr. Sabine Götz hat in Mintraching eine Idylle geschaffen – für Samtpfoten, aber demnächst auch für ältere Menschen. Vor sieben Wochen hat sie ihre Katzenpension eröffnet und war in den Ferien bereits ausgebucht – obwohl sie jetzt mehr Platz hat, als zuvor in Pentling. Dort konnten nur 30 Katzen betreut werden. In Mintraching können 50 Katzen das Luxushotel für Samtpfoten genießen. Sie haben nicht nur Einzel- oder Doppelzimmer, sondern auch Klettermöglichkeiten, Spiele, Freigang und Streicheleinheiten.

Damit diese noch mehr werden, möchte die Tierärztin Senioren einladen, sogenannte Streichel-Omis zu werden. In ihrer Pension sollen die Senioren Kaffee und Kuchen sowie die Katzengesellschaft genießen und – falls sie sich einsam fühlen – Gesprächspartner finden.

Katze steht auf Meditationsmusik

Ein Schreiner aus Sinzing hat in der Pension viele liebevolle Holzboxen zum Schlafen, Kletterparcours und Kratzmöglichkeiten geschaffen. „Er ist unser Katzenschreiner“, sagt Götz. Jede Katze hat ihre Futtervorlieben, deshalb stehen in einem der sieben Zimmer Dutzend gefüllte Schüsseln auf dem Boden. Gerade verspeist eine Norwegische Waldkatze, besonders hübsche Vertreterin der schnurrenden Geschöpfe, gemütlich ihre Delikatess-Hühnersuppe. Es gibt Hochbetten, ein Zimmer für Katzensenioren oder Allergiker. „Aber ansonsten gibt es kaum Reibereien unter den Katzen“, sagt Götz.

Die Katzentoiletten werden täglich gereinigt. „Allein dafür brauchen wir 30 große Säcke Katzenstreu pro Woche“, sagt Götz. Dabei wird sie von Moly, einer schüchternen Katzendame, in ihrem Versteck hoch oben beobachtet. In diesem Zimmer läuft entspannte Meditationsmusik. „Das mag sie, manchmal legt sie sich auf den Rücken und streckt alle Pfoten in die Luft, als ob sie Yoga machen würde“, sagt Götz.

Anmeldungen schon für Weihnachten

Jede Katze wird vor dem Aufenthalt untersucht. Deshalb sieht Götz die zahlreichen privaten Anbieter von Katzenbetreuung kritisch: „Laien können eine Pilzerkrankung oder eine Zahnfleischentzündung übersehen und dann würde eine Katze die anderen anstecken“, erklärt die Tierärztin. Katzen sollten daher nur von geschultem Personal betreut werden. Wie sehr die Menschen an ihren Haustieren hängen, merkt man daran, dass sie Mails aus dem Urlaub schicken, um zu fragen, wie es ihnen geht.

Bereits jetzt gehen bei Sabine Götz Anmeldungen für Weihnachten ein. „Corona war für die Pension überhaupt kein Problem, die Leute sind schon kurz nach Ostern wieder verreist“, merkt sie an. Ihre Praxis führt sie Montag bis Samstag deshalb genauso weiter. Fünf Mitarbeiter unterstützen sie bei der Arbeit. Die Katzen bleiben ein paar Tage oder auch drei bis vier Wochen, wenn ihre Besitzer in den Urlaub fahren, krank werden oder einen Kuraufenthalt vor sich haben. In dieser Zeit genießen die Samtpfoten eine Luxusbehandlung auf dem Land.