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Amelie Bach
Titelfoto: Stina Walterbach
13. März 2018

Treuer Enthusiast

Seit 1994 gibt es die Regensburger Kurzfilmwoche. Seit 2009 gehört Michael Fleig zu ihren Gestaltern. Allerdings wirkt er vor allem im Hintergrund. Wir holen ihn nach vorne.

Michael Fleig hat bei der Internationalen Kurzfilmwoche viele Eisen im Feuer. Unter anderem ist er in diesem Jahr für eine ganz besondere Ausstellung zuständig.

Regensburg. Vor neun Jahren hat er das erste Mal bei der Kurzfilmwoche mitgearbeitet. Damals noch als Praktikant, direkt nach seinem Soziologie- und Medienwissenschaftsstudium an der Uni Regensburg. Schnell war die Begeisterung Michael Fleigs geweckt, der sich schon während seines Studiums intensiv mit dem Thema Film auseinandergesetzt hatte. Sein Engagement und Interesse waren von Anfang an so groß, dass es keine Frage war, dass er, als sich einer der damaligen Leiter, Paul Müller, zurückzog, dessen freien Platz auffüllen sollte. Zwei Jahre lang unterstützte er die Festivalleitung Insa Wiese bei der Kurzfilmwoche, bis er 2012 hauptberuflich eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Medienwissenschaft an der Uni Regenburg antrat. Seitdem ist er jedoch weiterhin neben den beiden aktuellen Leitern Insa Wiese und Philipp Weber als dritter Teil des Kernteams für das Festival zuständig. Was sein Aufgabenspektrum angeht, ist dieses aber nicht geschrumpft, sondern vielmehr noch gewachsen. So ist er nicht nur für die Redaktion des Begleitkatalogs der Kurzfilmwoche verantwortlich, sondern auch für die Zusammenstellung des Programms.

Circa 500 Filme hat er 2018 für die Wettbewerbe gesichtet, hinzu kommen weitere Filme für die Sonderprogramme. Neben diesen „offiziellen“ Aufgaben, wie er sie nennt, kümmert er sich in diesem Jahr auch noch um eine Vortragsreihe, zwei Ausstellungen und die Betreuung einzelner Gäste. „Das hat sich irgendwie so ergeben“, sagt er.

Als Nebenberuf kann man seine Tätigkeit für die Kurzfilmwoche angesichts dieses Pensums eigentlich nicht bezeichnen. Aber die Kurzfilmwoche ist für ihn nicht einfach nur ein normaler Job. Fast immer mische sich in die berufliche Tätigkeit privates Interesse, denn seine Begeisterung für den Kurzfilm habe über die Jahre nicht nachgelassen. Er würde sogar sagen, dass sie noch größer geworden ist. Dass Fleig das Genre liebt, wird auch im Interview immer wieder deutlich. Zum Beispiel, wenn er über die Besonderheiten des Kurzfilms spricht.

Zwar sind seine Ausführungen stets fundiert – da kommt der Wissenschaftler durch, aktuell arbeitet er an seiner Promotion, die natürlich auch etwas mit dem Thema Kurzfilm zu tun hat –, trotzdem versucht er die theoretischen Zusammenhänge immer möglichst verständlich und anschaulich zu erklären - ein Anliegen, das er auch innerhalb seiner Diskussionsrunden während der Kurzfilmwoche verfolgt.

Selbst als Kurzfilmregisseur tätig werden will er aber nicht. So hat er zwar schon als Kameramann an einer Produktion mitgewirkt, er sieht sich jedoch eher in der Rolle desjenigen, der mit vorhandenen Filmen arbeitet. So wie er es eben in der Kurzfilmwoche tut, indem er die einzelnen Beiträge innerhalb des Programms so komponiert, dass sie im Zusammenspiel eine bestimmte Wirkung entfalten. Oder, wie er es beim Zusammenschnitt des Festivaltrailers getan hat. Dieser lässt erahnen, dass auch die 24. Ausgabe der Internationalen Kurzfilmwoche wieder viele tolle Beiträge bereithält.

Ihn selbst in Aktion erleben kann man zum Beispiel am 20. März im Ostentorkino, wenn er im Rahmen der Plattenfilme einen Kurzfilm live vertont oder bei der Diskussionsrunde zur Vernissage von Lisa Birke am 15. März im W1.

Amelie Bach