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Titelfoto: Stina Walterbach
12. September 2018

Vielfalt statt Monokultur

Von Russland bis Afrika: Am 29. September feiert das „Fest der Kulturen“ in Regensburg Premiere. Angedacht ist eine ganz besondere Kneipentour.

Um die Vereine und Gastronomen zueinanderzubringen, gab es eine gemeinsame Session mit Künstler Andre Maier, bei der jeweils ein symbolisches Partnerschaftsbild entstand.

Regensburg.Vielfalt ist das Stichwort, denn mittlerweile gibt es in Regensburg nicht nur zahlreiche einheimische Kulturvereine, sondern auch solche, die uns fremde Kulturkreise näherbringen. Damit diese jetzt eine gemeinsame Plattform bekommen, haben sich Regensburger Gastronomen gemeinsam mit einigen Vereinen ein ganz besonderes Fest einfallen lassen.

Am Samstag, 29. September feiert das „Fest der Kulturen“ Premiere. Mit dabei sind das Degginger, die Bodega, das Orphée, das Vinyl, das Kasper, das Weichmanns, die Chin Chin Bar, das Amore, Vino & Amici und der Münchner Hof. Sie alle präsentieren jeweils einen Kulturkreis, der für einen Tag das Veranstaltungsprogramm übernimmt.

„Es gibt keinen festen Rahmen, letztlich ist es den Gastronomen und den Kulturvereinen selbst überlassen. Hauptsache, es wird bunt und die Leute, die hier leben, zeigen, wo ihre Ursprünge sind“, erklärt Werner Zapf, Mitbetreiber des Degginger Café- und Barkultur den Grundgedanken des neuen Festes. „Und bevor wir jetzt zeigen ,Wir sind gegen etwas!‘, wollen wir es mal andersrum versuchen: ,Wir sind für etwas!‘“, sagt Zapf. Das sieht auch Gerald Schmid von der Vinyl Bar so. Er wird die afrikanischen Kulturvereine Farafina e. V. und ACAR e. V. kamerunischer Verein im Raum Regensburg beherbergen und einen Tag lang eine Bühne geben: „Man sieht immer ganz viele Bewegungen, die gegen irgendetwas kämpfen. Ich bin der Meinung, dass gegen etwas zu kämpfen nichts Positives bewirkt, denn du kannst nur für etwas stehen. Sonst gießt du immer die Pflanze, die du nicht zum Wachsen bringen willst, also das Unkraut, und das, was gedeihen soll, wird vergessen.“

Beginnen soll das Fest um die Mittagszeit herum und neben den üblichen Spezialitäten eben auch Landestypisches von den Partnervereinen zeigen. So können sich die Besucher im Orphée, das die Deutsch-Spanische-Gesellschaft beherbergt, unter anderem auf Jazz von Les Flaneurs du Chezz, avantgardistischen Chanson-Punk von Les Millionnaires und einen Jean-Paul-Belmondo-Filmmarathon freuen, wie Restaurantleiterin Judith Baumgarten verrät. In der Bodega werden die Gäste gleich mit ins Programm eingebunden und können an einem typisch spanischen Tortilla-Wettbewerb teilnehmen. Passende spanische Musik und Tanzworkshops in Zusammenarbeit mit Cinescultura und El Puente e. V. gibt es natürlich auch.

Das Degginger hat das Odessa Haus und die Deutsch-Bulgarische Elterninitiative St. Kyrill und Methodius e. V. Regensburg zu Gast und lässt dafür extra ukrainische Musiker und einen Koch aus Odessa einfliegen. Denn neben Tanz, Musik, Film, Kunst und Literatur stehen auch die kulinarischen Einflüsse der verschiedenen Länder auf dem Programm. Dafür öffnet der Münchner Hof seine Türen und wird als „Herberge aller Nationen zum Kochen“ fungieren, erklärt Zapf.

Das Vinyl lädt zur Afro-Funk-Night mit Livemusik, Trommlern, Tanzperformances und ganz vielen kulinarischen Leckerbissen ein. Dafür stellt sich der Chef auch gerne selbst hinters Mischpult. Im Amore, Vino & Amici zeigt Amici d’Italia e. V. eine Ausstellung, während im Lokal ein besonderer Begrüßungsdrink auf die Gäste wartet.

Im Kasper darf sich der bayerisch-russische Kulturverein ausleben, während im Weichmanns der Freundeskreis Israel in Regensburg und Ostbayern e. V. für besondere Momente sorgt. Und die Chin Chin Bar gibt der Tamilischen Bildungsvereinigung e. V. und damit Sri Lanka eine Bühne. Es wird also bunt in der Altstadt. Wer alles erleben möchte, sollte eine kleine Café- und Bartour einplanen. Alle Infos zum Programm gibt es auf den Facebook-Seiten der Locations.