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23. Oktober 2017

Vier Sterne auf einen Streich

Nur noch knapp zwei Wochen, dann stellen sich wieder die besten Straßenkünstler Bayerns bei der dritten „Sternschnuppe(r)nnacht“ im Jazzclub im Leeren Beutel dem Publikum. Dem Sieger winken neben Ruhm und Ehre eine professionelle Tonaufnahme und Sponsorenpreise.

Im letzten Jahr überzeugten Eis und Drei mit ihrem Coversong. Jetzt dürfen sie die dritte „Sternschnuppe(r)nnacht“ eröffnen, während sich vier neue Straßen-Acts dem Urteil der Jury stellen. Foto: Istvan Pinter

Sie schenken uns den Soundtrack zum Sommer: Straßenmusiker. Egal ob Rock, Pop, Jazz, Indie oder deutsch-bayerischer Singer-Songwriter-Sound: Jede Band hat ihren ganz eigenen Stil, und das ist auch gut, denn genau das macht die Regensburger „Sternschnuppe(r)nnacht“ so spannend. Am 4. November buhlen wieder vier Acts um die Gunst der Jury und natürlich des Publikums. Bevor es für die Musiker aber auf die Bühne geht, haben wir uns die Künstler mal etwas genauer angeschaut.

Rojal

Guter deutscher Indie-Pop aus Schwandorf, das ist Rojal. Seit 2009 spielt die Band, die sowohl auf der Straße als auch auf der Bühne gerne auftritt, zusammen. „Auf der Straße macht uns die Spontanität und der sehr persönliche Bezug zum häufig-wechselnden Publikum viel Spaß. Allerdings ist es auch auf der Bühne etwas Besonderes, da man dort Lichtshows und einen auf die Band abgestimmten Sound genießen darf“, so Juli Kerschner von Rojal. Besonderes Merkmal bei ihrer Musik sind der dreistimmige Gesang sowie der Gebrauch von ungewöhnlichen Instrumenten. Ihren Sound beschreibt die Band selbst deshalb mit den Worten „mehrstimmig, rhyhthmisch und einzigartig“. Der Wettbewerb ist für sie vor allem einen neue Herausforderung. Besonders gespannt sind sie dabei „auf die unterschiedlichen Versionen des Pflicht-Coversongs“. Der Name der Band soll übrigens nicht ein Hinweis auf königliches Geblüt oder dergleichen sein, sondern ist aus den Initialen der Mitglieder zusammengesetzt So ist jeder ein gleichwertiger Teil. Damit ihr euch selbst ein Bild von ihrer Musik machen könnt, hat die Band nur noch einen Wunsch: „Alle, die uns noch nicht live genossen haben, sollten an dieser Veranstaltung auf jeden Fall teilnehmen.“

A Bittle Lit

Wo lernen sich wohl Musiker kennen? Na auf die gute altmodische Art, in einem Pub. So war es zumindest bei A Bittle Lit aus Passau, die vor etwa einem Jahr auf einer Open Stage über den Weg liefen. Seitdem spielen sie gemeinsam auf der Straße, denn auf eine Bühne haben sie es bisher nicht geschafft. Das soll sich jetzt aber dank des Wettbewerbs ändern. Ebenso zufällig wie sich die Band gefunden hat, ist auch der Name entstanden: „Unser Bandname ‚A Bittle Lit‘ geht auf einen Textpatzer unserer Sängerin Lena zurück. Bei einer Probe haben wir mitgeschnitten. Wir spielten gerade den Song ‚Dive‘ von Ed Sheeran. Eine Textzeile lautet dabei ‚Maybe I played my cards wrong. Oh, just a little bit wrong...‘. Aus ‚a little bit‘ wurde aus Versehen ‚a bittle lit‘ und damit ziehen wir Lena seitdem auf. Aus einem Insider wurde also der Bandname“, erzählt Julian Weinberger. Ihre Musik beschreiben sie selbst mit den Worten „Leidenschaft, Reibeisenstimme und Improvisation“ und mit all dem wollen sie auch bei der „Sternschnuppe(r)nnacht“ punkten. Die Bewerbung war übrigens eine ganz klassische Bauchentscheidung nach dem Motto „Mal schaun, was kommt.“ Ihre letzten Worte an das Publikum: „Wir sind eine Mischung aus laut und leise, aus rockig und gefühlvoll. Und wir sind immer für einen Überraschungsmoment auf der Bühne gut.“

Li.be

Die Chamer Singer- und Songwriterin Lisa Bernkopf alias Li.be präsentiert selbstgemachten, puren Akustik-Folk-Rock. Normalerweise ist sie als Solokünstlerin unterwegs, durfte sich aber für den Wettbewerb im Sinne der Chancengleichheit ein paar befreundete Musiker ins Boot holen, die Lisa beim Wettbewerb unterstützen werden. „Ich selbst musiziere schon seit meiner Kindheit. Meine eigenen Songs schreibe ich seit acht Jahren, aber das Projekt Singer-Songwriterin habe ich mich jetzt erst getraut wirklich anzugehen“, so Lisa. Ihr Künstlername setzt sich aus den zwei ersten Buchstaben ihres Vor- und Nachnamens zusammen. Ja, so einfach kann es oft sein. Ihre Experimentierfreude zeigt Lisa besonders gern auf der Straße, denn da sei sie lockerer: „Man spielt einfach drauf los. Wenn ich mich da mal verspiele, empfinde ich es nicht als so dramatisch. Kurz gesagt: Straßenkonzerte eignen sich super um seine Lieder zu optimieren und zu testen wie sie laufen um sie später bei Konzerten ‚offiziell‘ vorzutragen.“ Selbst beschreibt Lisa ihren Sound übrigens mit den Worten „Herzblut, kraftvoll und akustisch“. Am Wettbewerb reizen sie vor allem der Vergleich mit den anderen Künstlern und der kreative Austausch. Ihr Wunsch für den Abend: „Ich wünsche mir einfach dass das Publikum so viel Vergnügen beim Zuhören haben wird wie ich mit meinen Kumpels beim Musik machen.“

Ohrange

Was beim ersten Hören an eine Sommerfrucht denken lässt, ist in Wirklichkeit ein Duo aus Regensburg. Ohrange, das sind Sebastian Schierlinger und Manuel Meier, die seit neun Jahren nicht nur ihre Liebe zur Musik teilen, sondern auch gute Freunde sind. „Ohrange ist eine Mischung aus Ohr und der Frucht Orange. Das Ohr steht für die Musik und den Hörsinn, während der fruchtige Anteil ein strahlendes, sonniges und bitter-süßes Lebensgefühl wiederspiegelt. Wie wir selbst eben, manchmal bitter, manchmal süß, aber immer lecker“, sagt Manuel Meier. Bei der Frage, wo sie lieber spielen, Bühne oder Straße fällt die Entscheidung schwer: „Es ist immer wieder schön wenn Seitengassen oder große Plätze vom einen auf den anderen Moment zu einer Bühne werden - eine Bühne für Alle. Nicht nur für uns als Musiker, sondern auch für die Menschen, die zuhören, sich treiben lassen oder eine Auszeit nehmen“, so der Sänger. Eine Bühne inklusive sattem Sound sei dagegen eher ein spezielles Allround-Paket. „Man hat eben andere Möglichkeiten, seine Kunst rauszufeuern. Und es ist schön, wenn sich Menschen gezielt für einen Abend mit Dir und deiner Leidenschaft beschäftigen. Danke dafür schon mal“, erklärt Manuel. Ihre Musik beschreibt die Band übrigens selbst als „deutsch-bayerischer Singer-Songwriter-Sound“, den sie am 4. November gerne mit dem Publikum teilen möchten. Ihre letzten Worte vor dem Auftritt: „Ohrange ist kein Konzept - dahinter stecken wir einfach nur wir. So wie wir sind. Wir können nicht anders als Musik zu machen und vor allem live zu spielen. Wenn am Ende ein paar Leute, die uns noch nie zuvor gehört haben, nach Hause gehen und denken: ‚Yeah Man, Ohrange hat mir echt richtig gut getaugt!‘, dann hat sich"s mehr als gelohnt.“

Mit auf der Bühne stehen wird auch der kanadische Stargitarrist Maneli Jamal. Seine Performance läuft natürlich außer Konkurrenz, denn Jamal wird nicht nur selbst auftreten, er sitzt auch in der Jury. Das Besondere: Auch Jamals musikalische Karriere begann auf der Straße. Heute zählt er zu den führenden Fingerstyle-Gitarristen Kanadas und hat bereits mehrere Preise gewonnen. Eröffnet wird die Veranstaltung von der Landshuter Band Eins und Drei, dem Gewinner der „Sternschnuppe(r)nnacht“ 2016 in der Kategorie „Bester Coversong“. Den Wettbewerb moderieren wird Poetry Slamer Pascal Simon. Na dann, lasset die Spiele beginnen und möge der beste Straßen-Act am Ende siegreich sein!