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04. Oktober 2019

Von der Straße auf die Bühne

Sie schenken uns jedes Jahr den Soundtrack des Sommers: Straßenmusiker! Und nicht nur das: In Regensburg bekommen sie auch in der fünften „Sternschnupper(n)nacht“ am 26. Oktober wieder eine trockene Bühne. Wir haben die diesjährigen Teilnehmer mal unter die Lupe genommen.

Auch die fünfte „Sternschnuppe(r)nnacht“ bietet Straßenmusikern wieder eine trockene Auftrittsmöglichkeit. Foto: Istvan Pinter

Regensburg. Es ist das Event für Fans gutgemachter Straßenmusik: Die fünfte Runde der „Sternschnupper(n)nacht“ steigt am Samstag, 26. Oktober im Jazzclub im Leeren Beutel. Und das ausgesuchte Line-up mit Johannes Molz alias Null, Mayfly’s Memory, Village Green Society und Ronja Künkler kann sich wirklich sehen lassen.

Dem Gewinner winken weitere Auftrittsmöglichkeiten und eine professionelle Tonaufnahme. Doch bevor sich die vier Acts der fachkundigen Jury aus der Regensburger Musik- und Theaterszene und natürlich dem Publikum stellen dürfen, mussten sie erst mal uns Rede und Antwort stehen.

Mayfly’s Memory

Mit dreistimmigen Gesang und ungewöhnlichen Instrumenten wie Ukulele und Melodica starten Mayflies Memory in den Abend. Foto: Anna Liepelt.

Mayfly’s Memory erinnern sich natürlich an viel mehr als eine Eintagsfliege, auch wenn ihr Bandname anders vermuten lässt. Die drei Mädels aus Regensburg spielen seit vier Jahren zusammen. Ihre Musik würden sie selbst als „Stilbruch, Krimskrams und Dreistimmigkeit“ bezeichnen. Immer mit dabei: eine Gitarre, eine Ukulele, eine Melodica, ein Piano und die ein oder andere Trommel, mit denen Luisa Eberth, Lucca Linke und Claudia Zormeier von Swing über Folk bis hin zu modernem Singer-Songwriter-Pop einfach alles auf ihre ganz eigene Art und Weise neu interpretieren und arrangieren. Da kann aus einem 90er-Jahre-Electro-Hit schon mal ein Polka-Chanson oder auch ein moderner Popsong mit Swing und Hardcore-Melodien werden, den die Mädels dann a cappella performen. Letzteres übrigens lieber auf der Bühne als auf der Straße, denn ihre Show lebt natürlich von den außergewöhnlichen Instrumenten und dem dreistimmigen Gesang, der nur durch ein Mikrofon richtig zur Geltung kommt. Das sollte bei der „Sternschnupper(n)nacht“ kein Problem sein. Da wollen die Mädels nach längerer Auftrittspause endlich mal wieder öffentlich zeigen, was sie drauf haben und welche Entwicklung sie im letzten Jahr durchlaufen haben.

Null

Der Künstler Null bezeichnet sich selber als „Post-Singer-Songwriter“. Foto: Christian Simmerl.

Null alias Johannes Molz ist ein echter Alleskönner und fernab von einer leeren Zahl: „Ich verstehe das Künstlertum als etwas, das erst im Zusammenspiel mit anderen beginnt, Sinn zu machen“, sagt der Regensburger Musiker, der sich selbst als „Post-Singer-Songwriter“ bezeichnet. Seit 2015 spielt Null in verschiedenen Bands, aber eben auch solo, und zwar erfolgreich. Denn auch wenn seine Musik manchmal etwas düster wirken mag, sei es doch sehr lieb gemeint, versichert uns Johannes. Wer sich also Songs von Null aufmerksam anhört, wird merken, was wirklich hinter den Texten und Melodien steckt. Der Wettbewerb ist für ihn „eine herrliche Gelegenheit in einem schönen Rahmen mit lieben Mitstreitern meine Stücke zu präsentieren“.

Village Green Society

Das Akustik-Rock-Duo Village Green Society beschreiben seine Musik mit den Worten „Beat, Rock, Indie“. Foto: Anna Steger

Village Green Society ist ein Regensburger Akustik-Rock-Duo, das bekannte Songs der Beatles, Nirvana, Tom Petty and the Heartbreakers, Radiohead, Jimi Hendrix oder AHA auf seine Art interpretiert. Seit einem Jahr spielen Toby Emm und Daniel Noyman Gitarre und Bass zusammen, beim Gesang wechseln sie sich ab. Ihren Bandnamen haben die Jungs übrigens von dem Lied „Village Green Preservation Society“ abgeleitet, und außerdem ist es ein Hinweis auf den Umweltschutzgedanken. Vielleicht spielen sie auch deshalb lieber unter freiem Himmel, vor allem bei Straßenfesten wie dem Bürgerfest oder Altstadtgassenfesten. Ihre Musik beschreiben sie selbst als mit den Worten „Beat, Rock, Indie“. Der Straßenmusikerwettbewerb ist für beide eine gute Gelegenheit ihre Musik einem größeren Publikum vorzustellen. Wer am Ende mit welchem Instrument auf der Bühne stehen wird, bleibt offen, denn die Jungs tauschen gerne mal durch.

Ronja Künkler

Irgendwo zwischen Liedermacher, Jazz und Popmusik ordnet Ronja Kükler ihre Musik ein. Foto: Sebastian Meyer.

Ronja Künkler macht authentische deutschsprachige Musik, die sich irgendwo zwischen Liedermacher, Jazz und Popmusik bewegt. Die junge Singer-Songwriterin aus Weiden erzählt vom alltäglichen Gefühlschaos mit Liebeskummer und Lagerfeuerromanzen, über Freundschaft und Depressionen bis hin zu philosophischen Gedankengängen und dem Wunsch, nicht immer nach Perfektion zu streben. Seit drei Jahren ist sie jetzt mit ihren eigenen Songs und ohne Künstlernamen unterwegs. Es habe zwar so einige Ideen, wie Ronja Pauline oder Räubertochter gegeben, am Ende sei sie aber einfach bei ihrem Namen geblieben, verrät Ronja. Ihre Musik würde sie selbst als „poetisch, berührend und authentisch“ bezeichnen. Die „Sterschnupper(n)nacht“ ist für die Musikerin auch eine Art Promo-Event, da gerade noch eine Crowdfundingkampagne zur Finanzierung ihres Debütalbums läuft. Der Austausch mit den anderen Künstlern sei aber auch ein guter Anreiz, sich dem Wettbewerb zu stellen.

Bei so coolen Bands fällt die Entscheidung schwer. Wer bei der fünften „Sternschnupper(n)nacht am 26. Oktober im Leeren Beutel in der Gunst des Publikums ganz vorne liegen wird, entscheidet natürlich ihr – also schnell Tickets auf www.adastra-events.eu sichern!