Willkommen in „King’s Landing“

Auf Malta können Serienfans „Game-of-Thrones“-Luft schnuppern. Ach ja – atemberaubende Natur und Kultur gibt es natürlich auch!

„Klein – aber oho!“ könnte man sagen, denn obwohl der Inselstaat flächenmäßig überschaubar ist – Valletta gilt sogar als die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates – ist für Urlauber viel geboten. Foto: Fred - AdobeStock

Nur etwa zweieinhalb Flugstunden ist eine kleine Perle im Mittelmeer entfernt – die Rede ist von Malta. Drei bewohnte Inseln zählen zu dem Archipel: Malta, die größte und Hauptinsel, Gozo, die kleine, etwas ruhigere „Schwester“, und Comino, auf der gerade einmal drei Menschen ihren festen Wohnsitz haben. Einige weitere Kleinstinseln sind komplett unbewohnt. Insgesamt erstreckt sich Malta auf 316 Quadratkilometern und beheimatet 430.000 Einwohner, wobei die meisten Menschen in der Gegend um die Hauptstadt Valletta leben. „Klein – aber oho!“ könnte man sagen, denn obwohl der Inselstaat flächenmäßig überschaubar ist – Valletta gilt sogar als die kleinste Hauptstadt eines EU-Staates – ist für Urlauber viel geboten. Während Abenteurer und Sportler sich beim Tauchen im türkisblauen Wasser, Radfahren durch die hügelige Landschaft, Klettern an den schroffen Felswänden und Segeln um die Inseln herum austoben können, finden Kulturliebhaber zahlreiche historische Stätten, die Geschichten aus Tausenden von Jahren erzählen. Im Laufe der Zeit, haben verschiedene Herrscher und Nationen Malta für sich beansprucht. Deshalb sind heute hier Einflüsse aus zahlreichen Kulturen, darunter Karthagern, Römern, Byzantinern und Arabern. In Sachen Religion ist es vor allem beeinflusst von dem römisch-katholischen Süditalien, die Sprache ist stark arabisch geprägt. Maltesisch ist überhaupt etwas ganz Besonderes. Entstanden aus einem arabischen Dialekt werden lateinische Buchstaben verwendet. Urlauber müssen sich aber keine Sorgen machen: Die Bewohner der maltesischen Inseln sprechen nämlich bestens Englisch. Zurückzuführen ist das auf die Kolonialzeit: Bis 1964 war Malta britische Kolonie. Noch heute ist Englisch neben Maltesisch die zweite Amtssprache.

Willkommen in Malta

Eine Reise nach Malta lohnt sich zu jeder Jahreszeit, denn das Klima ist das ganze Jahr über mild. Wer aber hauptsächlich zum Baden nach Malta kommt, der fliegt am besten zwischen Mai und Oktober – im Sommer hat es um die 30 Grad Celsius. Da es in Frühjahr und Herbst nicht mehr ganz so heiß ist, ist diese Reisezeit gut für Inselerkundungstouren. Wer nach Malta fliegt, der landet auf dem einzigen Flughafen der Republik: Malta Luqa. Vor Ort empfiehlt sich eine Fortbewegung mit den öffentlichen – relativ günstigen – Bussen. Zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten fahren auch Hop-on-Hop-off-Busse. Wer die Inseln auf eigene Faust erkunden will, ist mit einem Mietwagen gut beraten. Aber Vorsicht: Auf Malta herrscht Linksverkehr!

Foto: aravicus - AdobeStock Foto: Viliam - AdobeStock
 
Foto: aravicus - AdobeStock
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Kultur pur in Valletta

Etwa zehn Kilometer vom Flughafen entfernt, an der Nordostküste der Hauptinsel, liegt das Zentrum Maltas: die Hauptstadt Valletta. Die Stadt ist als Gesamtmonument im UNESCO-Welterbe eingetragen. Man ahnt es schon – hier gibt es einiges zu entdecken. Wer die verträumte Stadt aus einer besonderen Perspektive bewundern will, der nähert sich ihr vom Meer aus. Per Fähre von Sliema aus hat man einen einzigartigen Blick. In der Stadt angekommen taucht man am besten erstmal einfach in die bunten Gässchen ein. Es lohnt sich eine Stadtführung, denn Malta hat eine spannende Geschichte und jede Menge versteckte Sehenswürdigkeiten wie die St. John’s Co-Cathedral. Das sakrale Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert ist von außen unscheinbar, innen aber überaus prächtig und gilt sogar als eine der schönsten Kirchen des Mittelmeerraums.Außerdem kann man sich auf die Spuren der maltesischen Geschichte begeben, zum Beispiel indem man die Paläste des Souveränen Malteserordens besichtigt, der von 1530 bis 1814 in Malta an der Macht war. Diese Herrschaft war übrigens ausschlaggebend für dessen heutigen Namen „Malteser“, früher war der Orden als Johanniterorden bekannt. Weitere Ziele einer Stadttour können das Archäologische Museum oder die Lascaris War Rooms sein. Oder aber man gönnt sich eine Auszeit in einer der Parkanlagen. Da wären zum Beispiel die Lower Barrakka Gardens und die Upper Barrakka Gardens. Letztere liegen hoch oben auf der St. Peter and St. Paul Bastion und sind mit einem 58 Meter hohen Aufzug vom Festungsgraben aus erreichbar. Hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf die „Three Cities“, die drei Städte vor Valletta: Cospicua (Bormla), Vittoriosa (Birgu) und Senglea (L’Isla). In diesem Jahr ist Valletta übrigens auch Europas Kulturhauptstadt. Das heißt, neben dem sonst sehr bereits sehr umfangreichen Kulturprogramm kommen noch jede Menge Festivals, Konzerte und Sonderausstellungen hinzu.

„Game of Thrones“ lässt grüßen

Eine weitere sehenswerte Stadt auf Malta ist Mdina. Sie liegt sehr zentral und war früher eine Hauptstadt der Insel. Heute leben etwa 236 Einwohner hier. Besonders in der Abenddämmerung, wenn die Sonne golden über die alten Mauern der Festungsanlage schimmert, wirkt Mdina einfach magisch. Wem das Stadttour bekannt vorkommt: Es ist in der Kultserie „Game of Thrones“ zu sehen. Hier diente es als Stadttor von King’s Landing. Aber jetzt mal raus aus den Städten und rein in die Naturspektakel des Archipels. Auf Malta kann man an vielen Orten die Macht von Wetter und Wasser besonders eindrucksvoll erleben, zum Beispiel bei den Dingli Cliffs, die nach dem englischen Ritter Sir Thomas Dingley benannt wurden. Die höchsten und steilsten Klippen der Insel flößen Respekt vor der Natur ein. Und der Respekt ist gerechtfertigt, wie zum Beispiel auch an der Felsformation Azure Window auf Gozo zu sehen war. Das berühmte Felsentor, das durch Umwelteinflüsse ausgehöhlt wurde, stürzte im Jahr 2017 bei einem Unwetter ein. Auch ganze Höhlenkomplexe hat das Wasser in die Küste von Malta geformt. Hier ist der berühmteste wohl die Blaue Grotte oder auch Blue Grotto genannt. Für einigermaßen faire Preise bieten hier Motorboote Rundfahrten durch die Höhlen an, und das lohnt sich. Das tiefblaue Wasser, die Korallen und die Lichtspiele in den Höhlen sind ein einzigartiges Spektakel. Besonders schön kann man dieses Naturschauspiel am Vormittag bewundern – da sind auch verhältnismäßig wenig Touristen unterwegs. Ausgangspunkt für die Bootstouren ist die Bucht Wied iz-Zurrieq. Auch hübsch anzusehen ist das Fischerdörfchen Marsaxlokk. Hier liegen wunderbar bunt angemalte Boote im Hafen und Besucher bekommen fangfrischen Fisch serviert. Da verlässt man sich am besten auf die Empfehlung kleiner Restaurants die „Frisches vom Tagesfang“ anbieten. Apropos Kulinarik: Neben Fisch werden in Malta viel Suppe, Aufläufe, Blätterteigtaschen namens Pastizzi und Kaninchengerichte gegessen. Ganz in der Nähe von Marsaxlokk befindet sich der St. Pauls Pool, ein natürlicher Swimmingpool mit klarem, türkisfarbenem Wasser – perfekt zum Schnorcheln, Baden und Sonnen.

Gozo und Comino: Maltas Nachbarinseln

Gozo gilt als sehr ursprüngliche und geheimnisvolle Insel, auf ihr soll schon Odysseus gestrandet und von der schönen Kalypso festgehalten worden sein. Und wahrlich umgibt die kleine Schwester von Malta eine besondere Atmosphäre. Erreichbar ist Gozo via Fähre. Dort angekommen lohnt sich ein Mietwagen für eine Erkundungstour – die bergige Gegend sorgt für atemberaubende Ausblicke und hat schöne Strände zu bieten. Die Hauptstadt von Gozo heißt Victoria, wird aber auch noch oft bei ihrem alten arabischen Namen Rabat genannt. Besonders beeindruckend ist hier die Cittadella, eine Zitadelle, die auf einem Felsen nördlich des Stadtzentrums emporragt und die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale sowie den Bischofsplatz des Bistums Gozo umringt. Ein weiteres besichtigungswertes sakrales Bauwerk auf Gozo ist die Basilika ta’ Pinu in der Nähe des Ortes Gharb.

Spielplatz für Abenteurer

Wer es lieber sportlich mag, der kann die Insel mit dem Fahrrad erkunden, Kajak fahren, wandern oder tauchen im berühmten Blue Hole. Kletterfreunde werden sich vor allem im Wied il-Mielah, dem Salztal, wohlfühlen. Hier steht übrigens ein ähnliches, durch Umwelteinflüsse ausgehöhltes Felsentor wie das eingestürzte Azure Window. Mehrere Anbieter haben rund um die Insel verschiedene sportliche Aktivitäten im Programm. Ein weiteres Must-see auf Gozo: die Ggantija-Tempel. Sie waren die erste megalithische Tempelanlage Maltas, die zum UNESCO-Kulturerbe ernannt wurden. Mittlerweile sind es fünf weitere, verteilt auf Gozo und Malta. Die Tempel wurden zwischen 3800 und 2500 v. Chr. erbaut. Die dritte der maltesischen Hauptinseln heißt Comino. Sie ist gerade einmal drei Quadratkilometer groß und beherbergt drei ständige Bewohner. Andere kommen nur zum Arbeiten und Urlaubmachen her. Eine Besichtigung lohnt sich: Steile Klippen, geheimnisvolle Höhlen und tolle Strände warten hier darauf, entdeckt zu werden. Wer es etwas außergewöhnlicher und verlassener mag, der schwimmt hinüber zum Inselfelsen Cominotto, der etwa 100 Meter von Comino entfernt ist und von guten Schwimmern leicht erreicht werden kann. Das seichte und klare Meer hat hier eine wunderbar türkisblaue Farbe – eine einzigartige Kulisse zum Baden und Schnorcheln.

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