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07. Februar 2019

Zwischen Pop und Chanson

Der preisgekrönte Sound von Rebekka Maier alias die Nowak ist unerwartet, kritisch und immer für eine Überraschung gut.

„Meine Musik braucht Aufmerksamkeit.“ Bei der Musik von die Nowak stehen die Texte im Fokus. Foto: kwer

Regensburg. Viele kennen Rebekka Maier vor allem als Teil der Regensburger Bandprojekte 24indigo oder Cato Janko, jetzt ist die 37-Jährige unter dem Namen die Nowak solo unterwegs und damit sehr erfolgreich.

Mal ironisch-witzig, mal melancholisch, oft kritisch, aber dabei immer auf den Punkt – die Nowak ist kein typischer GuteLaune-Pop, der Begriff Chanson allein wird ihrem Stil aber auch nicht gerecht. „Die Musik war immer mein Ventil“, sagt Rebekka, die in ihren Bandzeiten meist die Kompositionsarbeit übernommen hat. Heute schreibt sie all ihre Texte selbst und empfindet die Nowak längst nicht mehr als ungewohnte Übergangslösung, sondern eher als eine Art Befreiungsschlag. „Zum Beispiel bei ,Filter‘ oder ,Norderney‘ ist ganz viel von mir selber dabei.“, sagt Rebekka, die anfangs sehr unter dem Ende von Cato Janko gelitten hatte.

Zwar vermisse sie auch heute noch ab und an die alten Zeiten, jetzt könne sie aber besser damit umgehen: „Ich hab gemerkt, ich kann das auch alleine.“ Und wie sie das kann. Allein im vergangenen Jahr räumte Rebekka den ersten Platz beim Songslam Jahresfinale in der Kofferfabrik in Fürth und den zweiten Platz beim Troubadour deutscher Songcontest 2018 ab, war mit Pam Pam Ida auf Tour und wurde mit dem Rio Reiser Songpreis 2018 ausgezeichnet. „2018 ist mein Jahr gewesen“, sagt die 37-Jährige, die auch für 2019 schon wieder einige neue Projekte am Start hat. So steht die Nowak mit ihrem Song „der Schottergärtner“ gerade im Finale des Protestsongcontests des österreichischen Radiosenders FM4. Ein Erfolg, mit dem sie gar nicht gerechnet hatte. Und den hätte es fast auch nicht gegeben, denn ohne den Tipp von Musikerkollege Johannes Molz alias Null hätte Rebekka das Lied wohl nie eingereicht.

Aber nicht nur der Tipp kam zur rechten Zeit, auch die Inspiration zum Protestsong war eher Zufall: „Vor einem halben Jahr haben ich die Facebook-Seite ,Gärten des Grauens‘ entdeckt. Darauf werden täglich die hässlichsten Schottergärten aus Deutschland vorgestellt. Das ist natürlich sehr witzig, aber auch furchtbar anzuschauen. Ich habe mir dann ein paar Kommentare von der Seite collagenartig zusammengeschrieben und so ist der Song ,der Schottergärtner‘ entstanden.“ Am 12. Februar darf die Nowak ihren Song in Wien live auf der Bühne vorstellen.

„Da waren Songs über Klimawandel oder Flüchtlingsproblematik unter den Einreichungen. Ich hätte nie gedacht, dass mein Schottergarten so gut ankommt.“ Ist er aber, und das gibt Rebekka Kraft und Bestätigung, dass das, was sie tut wirklich gut ist: „Früher habe ich immer gedacht, wenn du im Pop als Frau erfolgreich sein willst, musst du vor 30 etwas geschafft haben.“ Heute weiß die 37-Jährige, es gibt für alles die richtige Zeit: „Heute hab ich Themen, die ich besingen will und das Selbstbewusstsein, das auch alleine auf der Bühne zu tun.“ Dafür ist nicht zuletzt auch die Kunstfigur die Nowak verantwortlich, bei der Maier auch gerne mal in verschiedene Rollen schlüpft. Angelehnt an die alten Diven des Chanson ist die Nowak Rebekkas Ventil und Projektionsfläche zugleich. „Meine Musik braucht Aufmerksamkeit“, sagt die Sängerin, deren Texte immer auch eine klare Botschaft haben. Noch in diesem Jahr soll ihre erste EP erscheinen. Und wir sind schon sehr gespannt, welche Perlen uns darauf erwarten.

Foto: Suende Weiden

Wer die Nowak beim Protestsongcontest unterstützen will, kann am 12. Februar ab 20 Uhr auf www.fm4.orf.at seine Stimme abgeben und hier noch mal alle Finalistensongs anhören. Mehr Infos zur Musik, neue Songs, Videos und Termine gibt es auf www.dienowak.jimdo.com. Viel Spaß beim Reinhören.